Weltwirtschaft in Gefahr: Da braut sich was zusammen!

David Chapman, MGI Securities, 27.03.2015

Aktuell scheinen sich an einer ganzen Reihe von Fronten – von denen Griechenland nur eine ist – Probleme zusammenzubrauen. Der untenstehende Chart ist das sinkende Schiff, das unter dem Namen Griechenland bekannt ist. Der Chart zeigt den Global FTSE Greece 20 ETF (GREK-AMEX).

Griechenland ist nur eines der weltweiten Probleme, die zurzeit immer größer werden. Wir haben es mit wirtschaftlichen wie auch geopolitischen Problemen zu tun – und jedes einzelne dieser Probleme könnte tiefgreifende Auswirkungen auf die weltweiten Aktienmärkte, Gold und Öl haben.

Jetzt, wo sich das erste Quartal 2015 seinem Ende neigt, zeigen sich eine Reihe von Herausforderungen, die die Weltwirtschaft bedrohen. Man möchte meinen, dass die Weltwirtschaft sieben Jahre nach der Finanzkernschmelze von 2008 und nach sieben Jahren an beispiellosen Mengen quantitativer Lockerungsmaßnahmen mit historisch und abnormal tiefen Zinssätzen eigentlich brummen müsste … Stattdessen wird die Weltwirtschaft von niedrigem Wachstum in Nordamerika und rezessiven Bedingungen in der Eurozone und Japan heimgesucht. China, die anderen BRICS-Länder und die Schwellenmärkte befinden sich ebenfalls in einer Abschwächung.

Teile der Eurozone haben in den letzten 7 Jahren nicht nur in einer Rezession, sondern eigentlich schon eine Wirtschaftsdepression mit hoher Arbeitslosigkeit und Bürgerunruhen durchgemacht (Spanien, Griechenland und in geringerem Umfang auch Italien und Portugal).

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Der Welthandel schwächt sich ab und stagniert, nachdem er die ersten Jahren nach dem Finanzkollaps von 2008 wieder zulegen konnte. Die Schulden sind in beispielloser Rate in die Höhe geschossen, aber leider ging dieses Schuldenwachstum nicht mit einem vergleichbaren Wirtschaftswachstum einher. Am Eindrucksvollsten ist, dass das weltweite Schulden/BIP-Verhältnis von 269% in 2007 auf 286% in 2014 gestiegen ist. Der drastische Anstieg des US-Dollars sorgt überdies für erste Finanz-Instabilitäten, speziell in den Schwellenländern.

Unterdessen trübt sich die Lage in Griechenland weiter ein. Die Zeitschrift Economist wies am 21.03.2015 in „Dangerous Liaisons“ drauf hin, dass die Griechenland-Krise nicht mehr nur eine Wirtschaftskrise ist, sondern mittlerweile auch geopolitische Ausmaße angenommen hat. Und während die Wirtschaftskrise in Griechenland dafür sorgt, dass sich die Lage weiter verschlimmert, könnte den Griechen nun bereits im April das Geld ausgehen.

Das Schreckgespenst einer griechischen Staatspleite thront über der Eurozone. Griechenland fordert überdies Kriegsreparationen von Deutschland (Deutschland ist Griechenlands größter Geldgeber) und fährt mit dem russischen Präsidenten Vladimir Putin einen Annäherungskurs. Die Zeitschrift Economist merkt dazu an, dass dies schon ein klein wenig nach Erpressung riecht.

Seit die Partei Syriza im Januar dieses Jahres an die Macht gewählt wurde, haben die Griechen in der Eurozone noch mal ein Schippchen draufgelegt. Viele Fragen sich, warum sich die Griechen mit dem größten Geldgeber und in geringerem Umfang auch mit Frankreich und Italien anlegen, wo Griechenland diese Länder doch eigentlich umgarnen müsste. Und was Russland anbelangt, so sind Griechenland wie auch Russland beides christlich-orthodoxe Länder, und daher hat es zwischen diesen beiden Nationen immer schon einer Art natürlicher Affinität gegeben.

Das größte Problem Griechenlands sind die Austeritätsprogramme gewesen, die dem Land für die Troika-Kredite auferlegt wurden. Die Troika besteht aus der EZB, dem IWF und der EU. Nichtdestotrotz hat sich Deutschland massiv dafür eingesetzt, dass die Austeritätsforderungen nicht gelockert werden und die Kreditbedingungen mehr oder weniger wie vereinbart eingehalten werden, denn es besteht die Angst, dass Spanien und Italien nach ähnlichen Deals rufen werden, sollte man bei Griechenland kleinbeigeben. Die Austerität hat in Griechenland (und natürlich auch in anderen Ländern) aber schon zu erheblichen Bürgerunruhen geführt.

Deutschland darf jedoch nicht den Eindruck erwecken, kleinbeizugeben, denn letztlich muss Merkel die deutschen Wähler glücklich machen und nicht die griechischen. Dadurch besteht die Gefahr, dass das EU-Experiment scheitern könnte. Es scheint denkbar, dass die Eurozone angeführt von Griechenland auseinanderbricht, sollte das Land aussteigen (der sogenannte Grexit).

Im Folgenden sehen Sie zwei interessante, wenn auch gegensätzliche Charts. Das Geld ist aus den griechischen Banken abgeflossen – angeblich mit einer Rate von EUR 2 Milliarden pro Woche. Die Aktie der National Bank of Greece (NBG-NYSE) ist 2015 um rund 26% gefallen, doch seit ihrem Hoch im Juli 2007 ist die Aktie bereits um atemberaubende 99,8% eingebrochen. Griechenland und die griechischen Banken sind mit anderen Eurozonenbanken – speziell deutschen – sehr stark verwoben, und das heißt, dass ein vollständiger Kollaps Griechenlands weitere negative Auswirkungen auf Deutschland und das Bankensystem der Eurozone haben könnte. Das könnte dazu führen, dass das Euro-Bankensystem ein eigenes Rettungspaket braucht. Mittlerweile wurden die Gesetze jedoch so umgemodelt, dass es eher zu Bail-ins als zu Bail-outs kommen dürfte, und das heißt, dass unter diesem Szenario die Einleger (also die Bankkunden) und die Anleihehalter der Banken die Hauptleidtragenden wären.

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Und obwohl die Aktie von NBG charttechnisch so aussieht, als würde sich dort gerade ein verlockendes Tief in Form eines Dreiecks ausbilden, könnte diese Bank durchaus ein Pleitekandidat sein. Unterdessen deutet der Chart des Global FTSE Greece 20 ETF darauf hin, dass es ein langfristiger Einbruch sein könnte und der börsennotierte Fonds schon bald unter die Marke von USD 10,00 auf neue Tiefs fällt.

Lässt sich über die Griechenland-Krise überhaupt irgendetwas Positives sagen? Während das Geld aus der Eurozone flieht und im Rahmen dieser Flucht vornehmlich in US-Dollars umgetauscht wird, gibt es innerhalb der Eurozone auch die Flucht in Richtung Deutschland, also in Richtung der stärksten Wirtschaft des Euroraums. Im Ergebnis weisen die deutschen Staatsanleihen mittlerweile sogar negative Renditen aus, und auch der DAX ist auf Rekordhochs geschossen. Deutschland hat sich in einen Magneten für Eurozonen-Gelder verwandelt.

Und während die Eurozone unter den Auswirkungen der Austerität und den hohen Preisen für Importe leidet, ist es Deutschland weitestgehend gelungen, sich diesem Sturm entgegenzustellen, da die deutschen Exporte aufgrund der drastischen Abwertung des Euros wieder zulegen konnten. Sollte die Eurozone aus irgendeinem Grund beginnen auseinanderzubrechen oder sollte Griechenland einfach aus der Eurozone aussteigen, könnte Deutschland davon sogar noch stärker profitieren. Es ist aber nicht überraschend, dass der DAX die letzten Tage gefallen ist, da auch alle anderen großen Aktienindizes nachgaben.

Der Bullenmarkttrendkanal des Dax weist aktuell auf über 14.000 Punkte. Vor dem Hintergrund, dass der DAX aus seinem sanfter verlaufenden Bullenmarktkanal ausgebrochen ist, könnte der Index tatsächlich auf solche Hochs steigen. Der Dax gab die letzten Tage wieder nach und sank auf unter 12.000 Punkte, sollte er unter 11.000 Punkte fallen, wäre das ein Warnhinweis darauf, dass weitere Rückgänge einsetzen könnten. Der Nachteil eines Auseinanderbrechens der Eurozone bestünde darin, dass, würde Deutschland zur Deutschen Mark zurückkehren, die deutsche Währung in der Folge massiv steigen könnte.

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Beide Seiten pokern hoch. Im Grunde geht es darum, wer als erstes kleinbeigibt. Das Problem ist, dass Deutschland glaubt, dass die Eurozone nun geschützt ist und einen „Grexit“ ohne nachteilige Folgen verkraften könnte. Und die Griechen glauben, dass sie den Staatsbankrott ausrufen und gleichzeitig in der Eurozone verbleiben könnten. Beide Seiten könnten mit diesen Auffassungen aber danebenliegen – ein Grexit kann sich für die weltweiten Finanzmärkte in ein ziemlich destabilisierendes Ereignis verwandeln. Und es gäbe auch gefährliche geopolitische Konsequenzen, sollte sich Griechenland stärker an Russland annähern. Griechenland ist aber nicht das einzige Euroland, das Annäherungsversuche zu Russland unternimmt.

Es gibt aber noch ein anderes Ereignis, das sich langsam immer stärker aufbaut und noch verheerendere Folgen haben könnten: Der schnelle Anstieg des US-Dollars in den letzten 12 Monaten (ein Anstieg von rund 22%) hat bereits für zahlreiche Verwerfungen gesorgt. Der schnelle Anstieg des US-Dollars hat zwar dazu beigetragen, die europäischen und japanischen Exporte anzukurbeln, sorgt aber auf Seiten der US-Exporteure für Druck und schwächt die Gewinne der multinationalen US-Konzerne, die ihre Umsätze hauptsächlich im Ausland generieren.

Der drastische Anstieg des US-Dollars bedeutet überdies, dass die USA die Deflation aus dem Rest der Welt importieren. Das sorgt bei der US-Notenbank, die die Zinsen gerne anheben möchte, für ein Problem, da sie aufgrund der wachsenden Hinweise auf eine Deflation von Zinserhöhungen unter Umständen absehen muss.

Und die US-Exporte könnten noch das kleinste Problem sein. Das Hauptproblem ist, dass die Welt die letzten Jahre eine wahre US-Dollar-Schuldenorgie gefeiert hat. US-Dollar-Kredite und US-Dollar-Anleihen galten als die billigere Alternative zu den Heimatwährungen, da die US-Zinsen in der Regel niedriger waren. Im Ergebnis verfügt die Welt nun laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) über rund USD 9 Billionen an US-Dollar-Schulden, die von Staaten und ausländischen Unternehmen ausgegeben wurden. Allein China hat über USD 1 Billion an in US-Dollar denominierten Schulden ausgegeben, die vornehmlich mit ihrem fragilen Immobilienmarkt besichert werden. Es wird davon ausgegangen, dass die Schwellenmärkte mehr als die Hälfe dieser USD 9 Billionen an Dollarschulden ausgegeben haben.

Angesichts des Anstiegs des US-Dollar ist es jetzt immer teurer geworden, die Schulden zu bedienen. Viele Unternehmen generieren die Umsätze in ihrer Heimatwährung, haben die Kredite jedoch in US-Dollars aufgenommen. Ein Großteil dieser Schulden wird von Eurozonen- und US-Banken sowie von Pensions- und Hedge-Fonds gehalten. Große Länder wie Russland und Brasilien haben sich unterdessen in Richtung einer sehr tiefen Rezession aufgemacht, und der chinesische Immobilienmarkt scheint auch auf Treibsand gebaut.

Könnte es zu einer Explosion ausländischer US-Dollar-Schulden kommen, beispielsweise in Form einer Staatspleite oder eines Zusammenbruchs des chinesischen Immobilienmarkts? Eine Anhebung des Leitzinses durch die US-Notenbank würde da auch nicht helfen, da dies den US-Dollar aller Vorausschau nach nur noch weiter stärken würde. Ein falscher Schritt könnte einen Zusammenbruch im Stile von Lehman Brothers hervorrufen. Bei einer Krise würden die Gelder höchstwahrscheinlich in die Sicherheitszone fliehen, also in Richtung US-Dollar und in Richtung Deutschland, und womöglich auch in Richtung Gold. Nichts davon legt nahe, dass die Aktienmärkte dann ebenfalls als Profiteure dastünden.

Und dann haben wir noch die Ukraine, die nun anscheinend kurz vor dem Finanzzusammenbruch steht. Die Ratingagentur Moody´s hat die Schulden des Landes auf Ca abgewertet, was ein Hinweis darauf sein könnte, dass ein Zahlungsausfall unmittelbar bevorsteht. Die Ukraine ist hauptsächlich bei den Eurozonenbanken und russischen Banken verschuldet. Die Sanktionen haben Russland geschadet, und sollte Russland mit weiteren Sanktionen überzogen werden, könnte dies einen absichtlichen oder unbeabsichtigten Zahlungsausfall Russlands zur Folge haben. Die russischen Banken und Unternehmen haben sich vornehmlich bei europäischen Banken verschuldet, aber auch bei US-Banken. Es wird davon ausgegangen, dass Russland über USD 600 Milliarden an in US-Dollar denominierten Schulden hat. Diese Schulden wurden zu weiten Teilen von russischen Unternehmen ausgegeben, es handelt sich hierbei also nicht um Staatsschulden, obwohl impliziert wird, dass der russische Staat diese Schulden decken würde.

Die Ukraine-Krise könnte nun eine neue Wendung erfahren, da der Gouverneur von Dnipropetrowsk, der Oligarch Kolomoiski, von Präsident Poroschenko abgesetzt wurde. Oligarchen und Korruption beherrschen die Ukraine. Und obwohl Poroschenko Präsident ist, hat er keine vollumfängliche Kontrolle über das Militär. Das Militär ist gespalten zwischen dem ukrainischen Militär und Milizen, die ihren eigenen Führern ergeben sind. Die Milizen verfolgen ihre eigenen Pläne, und diese Pläne müssen nicht zwingend mit den Plänen von Poroschenko und des ukrainischen Militärs in Einklang stehen. Kolomoiski kontrolliert Milizen, die bei den Kämpfen in der Ostukraine von entscheidender Bedeutung gewesen sind. Das ukrainische Militär versucht nun, diese Milizen von dem Oligarchen loszulösen, hat aber kaum Erfolg dabei.

Die russische Grenze zu den baltischen Ländern hat sich mittlerweile in ein Militärlager verwandelt, wobei sich NATO-Truppen und russische Truppen auf beiden Seiten der Grenze gegenüberstehen. Russland hat Atomraketen in die Region verlegt. Beide Seiten führen ständig gefährliche Aufklärungsmissionen und Militärübungen entlang der Grenze durch. Es gibt anhaltende Diskussionen darüber, die Ukraine aufgrund des Konflikts um die abtrünnigen östlichen Provinzen weiter zu bewaffnen. Viele machen sich Sorgen, dass eine unabsichtliche Provokation zu einem Dritten Weltkrieg mit Nuklearwaffen führen könnte.

Und jetzt kommt auch noch die Krise in Jemen mit ins Spiel. Jemen spielt zwar als Ölproduzent keine Rolle (Rang 37 der weltweiten Ölförderländer), aber es ist das Tor zum Roten Meer (Bab-al-Mandab-Straße). Der Golf von Aden dient ebenfalls als Zugang zum Roten Meer und das Rote Meer führt zum Suezkanal und dem Mittelmeer. Jemen befindet sich also an der Schnittstelle der viertgrößten Seeroute für Öllieferungen, die über diesen Weg vornehmlich in Richtung Europa gehen.

Die Krise in Jemen sorgte für den Ausbruch eines Bürgerkriegs zwischen dem früheren Präsidenten Saleh und den Stämmen der Huthi, die den Norden Jemens beherrschen, und dem jetzigen Präsidenten Hadi und seinen Truppen, die hauptsächlich den Süden des Landes kontrollieren. Saleh wurde 2011 während der Anfänge des Arabischen Frühlings gestürzt. Saleh wurde anfangs von den USA gestützt, da man ihn als Verbündeten im Kampf gegen Al-Qaeda ansah. Hadi kam 2012 im Rahmen einer fragwürdigen Wahl an die Macht, wo er der einzige Kandidat war. Er wurde auch von den USA gestützt. Die jemenitische Bevölkerung besteht zu rund 60% aus Sunniten und zu 40% aus Schiiten. Die Huthi sind Schiiten und haben sich Saleh angeschlossen um Hadi zu stürzen. Hadi ist nach Saudi-Arabien geflohen.

Saudi-Arabien hat sich nun mit einer arabischen Koalition aus 10 Ländern zusammengeschlossen, um die Huthi zu stürzen. Saudi-Arabien ist sunnitisch. Der schiitische Iran, der Feind Saudi-Arabiens, deckt die Huthi. Und dann haben wir im Jemen auch noch Al-Qaeda und wohlmöglich finden sich dort auch ISIS-Kräfte. Derzeit wird davon ausgegangen, dass in Saudi-Arabien 150.000 Soldaten bereitstehen, die in den Jemen einmarschieren könnten, um die Huthi zu stürzen.

Der Ölpreis ist seit Ausbruch der Krise um 6% gestiegen. Gold legte ebenfalls zu. Saudi-Arabien ist der weltgrößte Ölexporteur und Ölproduzent. Die Saudischen Ölfelder sind von Jemen weit entfernt und es ist unwahrscheinlich, dass Raketen der Huthi saudische Ölfelder treffen. Aber alles, was Saudi-Arabien und wichtige Handelsrouten tangiert, sorgt für Sprünge beim Ölpreis. Anscheinend wird Saudi-Arabien von den USA logistisch unterstützt. Die Wild Card, die die Situation verändern könnte, ist, dass auch der Iran (oder gar Russland) in den Konflikt einsteigen könnte, um den Huthi zu helfen. Der Iran und Russland haben gefordert, dass die saudische Intervention beendet wird. Es gibt jedoch viele Analysten, die sagen, dass weder der Iran noch Russland militärisch eingreifen werden.

Der Ölpreis konnte in den letzten paar Wochen wieder zulegen. Kurzfristig sieht der Chart für WTI Crude bullisch aus. Ein deutlicher Ausbruch über USD 54 pro Barrel könnte zur Folge haben, dass der Preis auf über USD 60 pro Barrel steigt. Dann bestünde auch die Möglichkeit, dass WTI Crude weiter in Richtung USD 65 pro Barrel klettert, wobei dies nicht so wahrscheinlich ist.

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Und obschon ich Ihnen in diesem Artikel keinen Goldchart zeigen werde, sieht die aktuelle Goldpreisentwicklung ebenfalls gut aus. Ein Ausbruch über die Marke von USD 1.240 pro Unze wäre ein Signal, dass das gelbe Metall auf USD 1.350 pro Unze steigen könnte. Schwierigkeiten im Nahen Osten könnten für Gold und Öl zur perfekten Mischung werden.

Der letzte Punkt, der hier Erwähnung finden sollte, sind die Maßnahmen, mit denen die USA versuchen, der Asiatischen Infrastrukturbank (AIIB) Steine in den Weg zu legen. Die AIIB ist eine neue Finanzinstitution in Asien, um Infrastrukturprojekte in Asien zu finanzieren und zu unterstützen. Die Bank wird als eine Art Rivale des Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) angesehen. Im Gegensatz zu den drei letztgenannten Institutionen, die von den USA dominiert werden, würde die AIIB von China dominiert werden. Die AIIB würde yuanbasiert agieren, während der IWF die Weltbank und die ADB dollarbasiert sind.

Die USA haben versucht, andere westliche Länder davon zu überzeugen, der AIIB fernzubleiben, aber viele Länder haben darauf nicht gehört, da sie Angst haben, dass sie nicht an der AIIB beteiligt werden und ihnen dadurch in Asien wirtschaftliche Nachteile entstehen. Im Ergebnis denken Australien, Großbritannien, Deutschland und Frankreich nun darüber nach, der AIIB beizutreten oder haben dies bereits getan. Südkorea denkt ebenfalls über einen Beitritt nach. Die USA, Japan und Kanada bleiben bisher außen vor. Darüber hinaus entsteht derzeit auch eine neue BRICS-Bank, von der man glaubt, dass sie ein direkter Rivale des Internationalen Währungsfonds werden soll.

China hat über USD 4 Billionen an Währungsreserven, die verwaltet werden müssen. Und das, was die Chinesen derzeit machen, unterscheidet sich kaum von dem, was Großbritannien im 19. Jahrhundert und die USA nach dem Zweiten Weltkrieg taten. Wie bereits angemerkt, herrschen die USA im Grunde über die Weltbank, während die Europäer in der Regel an der Spitze des Internationalen Währungsfonds stehen und sich die USA ein Vetorecht vorbehalten. China und viele andere Länder wollen sich aus dieser Hegemonie der USA und des US-Dollars befreien. Die AIIB ist ein Anfang, aber es ist auch ein direkter Angriff auf die Vormachtstellung der USA und des US-Dollars.

Griechenland und der potenzielle Grexit; USD 9 Billionen an US-Dollar denominierten Schulden und der steigende US-Dollar; die sich an der russischen Grenze gegenüberstehenden Großmächte (NATO und Russland); die drohende Staatspleite der Ukraine; eine neue Krise in Nahost und die USA und China, die sich nun in einem Kampf und die finanzielle Richtung, welche die Welt einschlagen soll, gegenüberstehen – all das sind Krisenherde. Diese Punkte mögen alleine für sich genommen vielleicht kein Problem sein, doch zusammengenommen könnten sie zu einem riesigen Problem werden, und es könnte sein, dass sich hier richtig Ärger zusammenbraut.

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