A Republic, If You Can Keep It: Warum eine Republik ungleich wichtiger ist als eine Demokratie

Die Vereinigten Staaten von Amerika wurden absichtlich als föderale Republik errichtet und nicht als Demokratie

Henry Lamb, Canada Free Press, 08.10.2010

Amerika ist keine Demokratie. Es war nie beabsichtigt, dass es eine Demokratie werden würde. Die Gründungsväter arbeiteten hart daran, dass die neue von ihnen geschaffene Regierung keine Demokratie ist – ein immer größer werdender Teil der Bevölkerung scheint jedoch absolut darauf versessen zu sein diese große Nation in eine Demokratie zu verwandeln, wo die Rechte von Minderheiten systematisch ignoriert werden.

Die Vereinigten Staaten von Amerika wurden absichtlich als föderale Republik errichtet. Die Gründungsväter erkannten, dass die höchste Autorität des Planeten das Individuum ist. Sie erkannten, dass ihnen als Individuen die Befähigung und Intelligenz innewohnte ein neues Regierungssystem zu schaffen, das, ermächtigt durch die Zustimmung der Regierten, ausschließlich besondere Aufgaben erledigen durfte, die durch das Volk in einer schriftlichen Verfassung niedergelegt wurden.

Sie erkannten, dass in einer derartigen Regierung die Notwendigkeit bestehen würde einen jeden Regierungsvertreter, der bemächtigt wurde die Freiheit von Individuen einschränkende Gesetzte zu schaffen, direkt zur Verantwortung ziehen zu können. Diese neue föderale Republik müsste die bereits geschaffenen Regierungen der einzelnen Bundesstaaten und die Lokalregierungen innerhalb dieser Staaten anerkennen und akzeptieren, wenn die neue föderale Republik eine Chance auf Erfolg haben sollte.

Die durch diese Männer formulierte Verfassung enthielt zwei Regelungen um sicherzustellen, dass die neue Regierung für immer eine föderale Republik bleiben würde: Einen Senat, der durch die Regierungen der Bundesstaaten gewählt würde; und einen Präsidenten, der indirekt durch ein Gremium gewählt würde, das unter dem Namen Electoral College (Wahlmännerkollegium) bekannt wurde. Mit dem 17. Verfassungszusatz wurde eine bedeutende Schutzvorkehrung der föderalen Republik zerstört, indem man es zuließ, dass die Senatoren direkt durch die Öffentlichkeit anstatt durch die Bundesstaaten gewählt werden.

Der 17. Verfassungszusatz war ein bedeutender Bestandteil einer Welle des Progressivismus, der durch die Wilson Regierung im Jahre 1913 eingeleitet wurde. Mit der Einführung der Einkommenssteuer, der Federal Reserve, der Interstate Commerce Commission (Behörde zur Regulierung des Eisenbahnverkehrs), und der Federal Trade Commission (Kartell- und Verbraucherschutzbehörde) begannen die Angriffe der Progressiven auf die föderale Republik, die von den Gründungsvätern so sorgsam aus der Taufe gehoben wurde.

Das Electoral College ist das letzte und einzig verbliebene Element der Verfassung, das die Vereinigten Staaten von Amerika heute davor bewahrt, formal in eine direkte Demokratie verwandelt zu werden. Nun haben sich die Progressiven vorgenommen auch diese letzte Bastion der föderalen Republik anzugreifen.

Die Direktwahl der Senatoren ist das Resultat eines Verfassungszusatzes, der wieder rückgängig gemacht werden kann, wie dies auch beim 18. Verfassungszusatz (zur Einführung der Alkoholprohibition) der Fall war, bei dem es sich um einen weiteren Fehler der Ära der Progressiven handelte. Bei dem Krieg gegen das Wahlmännerkollegium geht man jedoch einen anderen Weg: Die US-Bundesstaaten verabschieden gerade Gesetzgebungen, die alle Wahlmänner der Staaten dazu berechtigen sich den Ergebnissen der landesweiten Präsidentschaftswahl anzuschließen, völlig ungeachtet, wie die Menschen in ihrem eigenen Bundesstaat auch gewählt haben mögen.

Hawaii, Illinois, New Jersey, Maryland und jüngst Massachusetts haben diese Gesetzgebung verabschiedet, in der zugesagt wird, dass sich die Wahlmänner ihrer Bundesstaaten für den Gewinner der landesweiten Präsidentschaftswahlen aussprechen werden, ganz egal, wie die Wähler in ihren Staaten auch gestimmt haben mögen.

Bevor dieser neue Krieg gegen das Electoral College begann, mussten sich alle Wahlmänner eines Bundesstaats, bis auf jene in Nebraska und Maine, für den Kandidaten aussprechen, der in ihrem Staat die meisten Stimmen erhalten hatte. Das ist das System des Mehrheitswahlrechts, wo dem Gewinner alles zugesprochen wird. Dieses System stellt sicher, dass auch kleine Staaten Einfluss auf die Wahl des Präsidenten haben.

Die Progressiven behaupten, dass dieses System nicht demokratisch sei. Einverstanden. Es wurde auch nicht geschaffen um demokratisch zu sein; es wurde geschaffen um die Machtbalance unter den Staaten und zwischen den verschiedenen Bereichen der Regierung zu wahren. Es wurde geschaffen, damit die Regierung wie eine föderale Republik funktioniert und nicht wie eine Demokratie.

Nur wenige Menschen begreifen die Bedeutung des Wahlmännerkollegiums, da die Schulen das Thema fast vollständig aus den Lehrplänen entfernten. Das Thema des Wahlmännerkollegiums ist mühselig, es ist verwirrend und es verärgert die Unterstützer von Al Gore, die erlebten, wie das Electoral College George W. Bush die Präsidentschaft gab, obwohl er weniger Stimmen erhielt als Al Gore.

Der Präsident würde durch urbane Bevölkerungszentren gewählt. Es bestünde überhaupt keine Notwendigkeit für einen Präsidentschaftswahlkampf in ländlichen US-Bundesstaaten

Die Folge der Abschaffung des Wahlmännerkollegiums wäre die Direktdemokratie.

Der Präsident würde durch urbane Bevölkerungszentren gewählt. Es bestünde überhaupt keine Notwendigkeit für einen Präsidentschaftswahlkampf in ländlichen US-Bundesstaaten. Man bräuchte sich um die Bedürfnisse und Sorgen der ländlichen Bevölkerung überhaupt nicht zu scheren. Es bestünde überhaupt kein Interesse an der Minderheit.

Das Einzigartige am amerikanischen Regierungssystem ist das sorgsam ausgearbeitete Machtgleichgewicht zwischen den Bundesstaaten und der Bundesregierung, den verschiedenen Bereichen der Regierung und den miteinander im Widerstreit stehenden Regierungsphilosophien. Wenn die Minderheit von der Debatte ausgeschlossen oder ignoriert wird, herrscht Tyrannei.

Die ersten 18 Monate des Regimes der Demokraten in Washington haben veranschaulicht, wie die Mehrheit die Minderheit und die Verfassung ganz einfach ignorieren kann. Im Zyklus der Regierungssysteme ist Demokratie die letzte Phase vor der Anarchie. Die Gründungsväter wollten keine Demokratie; sie schufen eine föderale Republik.

Eine Demokratie wird oftmals beschrieben als zwei Wölfe und ein Schaf, die darüber abstimmen, was es zum Abendbrot gibt. Die Wölfe stehen vor der Tür zu unserer föderalen Republik.

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