Peter Schiff: Regierungen sollten den Goldstandard wieder einführen

Der Investor Peter Schiff sieht den Goldpreis in den nächsten Jahren auf über USD 5.000 pro Feinunze klettern. Im Gespräch mit The Daily Bell erklärte er, dass es wesentlich besser wäre, wenn die Regierungen den Goldstandard freiwillig wieder einführen würden, da dieser ohnehin nicht mehr aufzuhalten sei

Propagandafront.de, 10.01.2011

Der renommierte Vermögensverwalter und Buchautor Peter Schiff betonte während eines Interviews mit The Daily Bell, dass in den USA durchaus die Gefahr einer Hyperinflation besteht, da man sich zur Bekämpfung der Finanz- und Wirtschaftskrise exzessiv der Druckerpresse der US-Notenbank Federal Reserve bedient:

„Ich hoffe nicht [, dass es in den USA zu einer Hyperinflation kommen wird], aber es wird aufgrund der Dinge, die die FED getan hat, eine hohe Inflation geben. Die Hyperinflation wird davon abhängen, ob die FED mit dem bisherigen weitermacht – mehr Papiergeld in die Wirtschaft pumpt – oder ob sie endlich ihre Fehler einräumt und ihre Strategie ändert. Umso länger es dauert, umso schlimmer wird es werden…“

Zum Euro erklärte er, dass ein Auseinanderfallen der Eurozone nicht mehr aufzuhalten sei. Wann es soweit ist, wollte Schiff jedoch nicht sagen, da die europäischen Politiker seiner Meinung nach „in der Lage sein werden, die Märkte noch ein wenig länger zu beschwichtigen, und die Menschen zu überzeugen, dass der Euro überlebensfähig ist.“

Bezüglich der US-Notenbank erklärte Schiff, dass es das Beste sei, wenn diese abgeschafft würde – aber nur, wenn man wieder zu dem Geldsystem zurückkehren würde, welches in den USA vor der Gründung der Federal Reserve im Jahre 1913 existierte.

Vor 1913 gab es in den USA einen Goldstandard. Die Bewohner der USA zahlten mit Goldzertifikaten, Gold- und Silbermünzen und konnten ihre Geldnoten bei den Finanzinstituten gegen Edelmetalle eintauschen. 1933 wurde das System durch den US-Präsidenten F. D. Roosevelt abgeschafft. Roosevelt erließ ein verfassungswidriges Goldverbot, mit dem die Bewohner der USA ihres Goldes und ihrer Goldzertifikate beraubt wurden. Seitdem „bezahlen“ die US-Bürger nur noch mit einer Fiatwährung – den Schuldscheinen der Federal Reserve.

Auf die Frage, ob die Welt zu einem Goldstandard zurückkehren sollte, erklärte Schiff:

„Auf alle Fälle, sie wird es sowieso. Die Frage ist, ob die Regierungen den Goldstandard freiwillig einführen, oder ob die Öffentlichkeit sie dazu zwingen wird. Es wäre auf alle Fälle besser, wenn die Regierungen den Goldstandard freiwillig von selbst einführten, anstatt auf die Krise zu warten. Aber Sie wissen ja, wie das läuft.“

Natürlich wird sich das globalistische Zentralbankwesen mit aller Macht dagegen zur Wehr setzen, dass in den einzelnen Ländern wieder ein echter Gold- oder Bimetallstandard eingeführt wird. Im November vergangenen Jahres regte der Präsident der Weltbank, Robert Zoellick, an, ein neues Währungssystem mit Goldanker einzuführen:

„…sollten die G20 dieses Programm zur Wachstumserholung durch einen Plan für ein neues Währungssystem ergänzen. An diesem System müssen wahrscheinlich der Dollar, der Euro, der Yen und das britische Pfund beteiligt sein sowie ein Renminbi, der sich auf eine Internationalisierung hin bewegt und dann auf eine offene Kapitalbilanz.

Auch sollte das System in Betracht ziehen, Gold als einen internationalen Bezugspunkt für Markterwartungen zu Inflation, Deflation und künftigem Währungswert zu nutzen. Laut Lehrbuch gilt Gold zwar als altes Geld, doch die Märkte nutzen Gold heute als alternative Form von Geldanlagen.“ [Hervorhebungen hinzugefügt]

Natürlich handelt es sich bei dem hier vorgeschlagenen Währungssystem nur um einen Pseudo-Goldstandard, da die Bevölkerungen dieser Welt keine Möglichkeiten hätten, ihr Papiergeld in Gold einzutauschen, sondern dies, wie unter dem Bretton Woods System von 1933 – 1971, nur den Zentralbanken der einzelnen Nationen vorbehalten bliebe.

Eine reine Beruhigungspille zur Rettung der Papiergeldblase also, die von Robert Murphy, wie folgt kommentiert wurde:

„Und noch einmal: Gold ist das Verderben der Zentralbanker; es bindet ihre Hände und schränkt ihre Verfügungsgewalt ein, wenn es um die Durchführung währungspolitischer Maßnahmen geht. Das Spiel bricht jedoch in sich zusammen, wenn die Menschen das Vertrauen in die Fiatwährung verlieren, welches das gesamte System untermauert. Da die skrupellosen Maßnahmen Bernankes jetzt für immer mehr Menschen offensichtlich werden, werden die Zentralplaner dieser Welt der ängstlichen Öffentlichkeit wohl entgegenkommen müssen. Ein ´Währungskorb`, bei der jede Währung aus Papiergeld besteht, wird da nicht ausreichen.

Da Zoellick ein Mitglied des Council on Foreign Relations und ein Teilnehmer an den berüchtigten Bilderberg-Treffen ist, sind einige Analysten bezüglich seiner Motive verständlicherweise sehr argwöhnisch. Sollten die Mächtigen versuchen, eine Regionalwährung einzuführen, um den Dollar zu ersetzen – auf dieselbe Art, wie der Euro die traditionellen europäischen Währungen verdrängte – wäre es schließlich zunächst notwendig, den Dollar zu vernichten. Es wäre sehr verführerisch, anstelle des Dollars eine neue Währung anbieten zu können, die an Gold gekoppelt ist.“

Die Weltbank ist natürlich – genauso wie alle anderen supranationalistischen Unterorganisationen der Vereinten Nationen, der Internationale Währungsfonds, die G20 oder die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich – an einer fortwährenden Zentralisierung der finanziellen und politischen Macht interessiert.

So lobte Zoellick jüngst auch Frankreich, das verkündete, sich im Rahmen seines gegenwärtigen G20-Vorsitzes dem Problem der Nahrungsmittelinflation zu widmen, und erklärte, dass eine zentralistische Koordinierung der weltweiten Nahrungsmittelmärkte notwendig sei. Das die Rohstoff- und Nahrungsmittelinflation jedoch überhaupt erst durch das verbrecherische Zentralbankwesen und das fraktionale Reservesystem der Privat- und Geschäftsbanken verursacht wird, kommt bei derartigen „Lösungsvorschlägen“ natürlich nicht zur Sprache.

Peter Schiff steht mit seinem Meinungsbild, dass sich der Goldstandard auch gegen den Willen der Regierungen eigenständig einführt, nicht alleine da. Jim Rickards, ebenfalls ein angesehener US-amerikanischer Ökonom, erklärte jüngst gegenüber Eric King, dass der USA nichts anderes übrig bleiben würde, als den Goldstandard wieder einzuführen, und die Debatte darüber gerade ein Eigenleben entwickelt, da immer mehr Vertreter des Establishments die Thematik öffentlich ansprechen.

Rickards führte aus, dass die Keynesianer und Zentralbanker sich aktuell noch mit aller Gewalt gegen den Goldstandard sträubten und die Wiedereinführung auch eine substantielle Aufwertung des Goldpreises notwendig machte:

„Die Schlachtlinie ist nun zwischen ehrlichem goldgedecktem Geld und Fiatgeld gezogen worden. Die G20, der Internationale Währungsfonds, die Zentralbanken und die meisten akademischen Ökonomen stehen auf der Seite des Fiatgeldes, und die Bürger, bestimmte ehrliche Intellektuelle und ein paar wenige Ökonomen stehen auf der Seite des Goldes. Mögen die Spiele beginnen…

für einen Goldstandard bedarf es mehr, als einfach nur mit dem Finger zu schnippen, und sich zu wünschen, er wäre da. Es bedarf einer Menge an Studium, einer Menge an Planung und einer Menge an technischer Arbeit, die ausgeführt werden muss.

Angesichts der Geldmengen, die in den letzten Jahren gedruckt worden sind, ist es völlig klar, dass ein wesentlich höherer Goldpreis notwendig sein wird, um einen Ausgleich zwischen der aktuellen Geldmengenversorgung und der gegenwärtig offiziell erhältlichen Goldmenge herbeizuführen, um diese Geldmenge zu decken.

Schätzungen bezüglich dieser höheren Preise können sehr stark variieren, was mit der Definition von ´Geld` zusammenhängt, die man hierbei verwendet, und davon, welches Gold/Papier-Verhältnis verlangt ist. Meine eigene Analyse deutet auf eine Preisspanne zwischen USD 5.000 und USD 11.000 pro Unze hin; aber natürlich gibt es einige Schätzungen, die wesentlich höher ausfallen.“

Der angesehene und versierte Edelmetallexperte Bob Chapman geht davon aus, dass Gold als Weltreservewährung bereits wieder eingeführt worden ist.

Im November 2010 erklärte Chapman, dass der massive Goldpreisanstieg der jüngeren Vergangenheit unter anderem auf die gigantische offene wie auch verdeckte Goldnachfrage der Zentralbanken der Mitgliedsländer der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit zurückzuführen sei, die sich so auf weitere Verwerfungen des aktuellen Währungssystems vorbereiten würden:

„Solange die quantitative Lockerung die offizielle Politik der US-Notenbank und die Politik an Wall Street ist, werden Gold und Silber auch weiterhin im Preis steigen. Noch wichtiger ist, dass es sich bei Gold um die wirkliche Weltreservewährung handelt. Das bedeutet, dass letztendlich alle Währungen durch Gold gedeckt sein müssen. Wir glauben, dass die Elitisten diese Tatsache akzeptiert haben, genauso, wie es jüngst vom Weltbankpräsidenten, CFR-Mitglied, Trilateralen und Bilderberger Robert Zoellick formuliert wurde. Wir können Ihnen versichern, dass ihm das nicht einfach so aus dem Mund gerutscht ist. Es handelte sich um einen clever platzierten Testballon, um die Reaktion der Öffentlichkeit zu prüfen.“

Am 08.01.2011 führte Chapman diesen Gedanken weiter aus und erklärte:

„Gold ist wieder zur Weltreservewährung geworden. Es ist nur so, dass erst wenige begriffen haben, dass dieser Wandel bereits stattgefunden hat. In den vergangenen 11 Jahren ist jede bedeutende Währung gegenüber Gold jährlich um 13% bis 20% im Wert gefallen. Gegenüber Silber schwanken diese Zahlen zwischen 17% und 25%.

Das ist ein eindeutiger und unheilvoller Trend einer Flucht aus allen Währungen in Richtung Gold und Silber, schlechthin eine Flucht in Richtung Sicherheit. Diese Maßnahmen seitens der weltweiten Investoren können nicht einfach so ignoriert werden. Es gibt ganz offensichtlich eine Menge Menschen, die begreifen, was sich hier gerade abspielt, und ihre Währungen für mit Gold- und Silber in Zusammenhang stehende Vermögenswerte auf den Markt werfen.

Bedauerlicherweise sind die Amerikaner bezüglich dieser Veränderungen weit hinterher. Nur 2% der US-Bevölkerung partizipiert bei Edelmetallen. Sehr geehrte Damen und Herren, die zweite Phase des Gold- und Silberbullenmarktes hat gerade erst begonnen. Die Preise sind von ihren Rekordhochs gefallen, was für eine Kaufgelegenheit.“

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