Sprott Asset Management: Viel Spaß beim Silberkauf, hoffentlich haben Sie Zeit mitgebracht!

Eric Sprott, der Vorsitzende der Vermögensverwaltung Sprott Asset Management, die gegenwärtig Vermögenswerte in Höhe von ca. USD 8 Milliarden im Bestand hat, sagt, dass Gold und Silber seiner Meinung nach in den kommenden Wochen im Preis explodieren werden und besonders bei physischen Silber bereits eine substantielle Verknappung am Markt beobachtet werden könne

Propagandafront.de, 29.01.2011

In den letzten Wochen trugen Beobachter des Edelmetallmarkts an den Autor dieses Artikels immer wieder die Frage heran, wie man am besten in physisches Gold und Silber investieren sollte.

Für Sparer, die nicht über größere Mengen an Bargeldbeständen verfügen und dennoch die Absicht hegen, ihre Ersparnisse durch den Kauf von Gold und Silber vor der Inflation zu schützen, ist Silber empfehlenswerter als Gold. Silber ist „das Gold des kleinen Mannes“ und bei Weitem günstiger als das gelbe Metall, weshalb sich Silber für kleine Ansparungen ungleich besser eignet.

Darüberhinaus ist das mittel- und langfristige Entwicklungspotenzial bei Silber wesentlich dynamischer als bei Gold. Adam Hamilton von Zeal Intelligence erklärt dazu:

„Ein kleinerer Markt bedeutet, dass bei Silber im Vergleich zu Gold alle neuen Zuflüsse an Investmentkapital wilde überproportionale Auswirkungen zur Folge haben. Es ist daher nicht überraschend, wenn die Preisrally bei Silber im Verlaufe eines säkularen Edelmetallbullenmarkts stärker ausfällt als bei Gold, da sich kleine Vermögenswerte schneller bewegen als große. Zu diesem Vergleich der Marktkapitalisierung kommt bei Silber auch noch eine Investoren-Affinität hinzu.

Es ist viel mehr Investoren möglich, sich eine Unze Silber zu kaufen als eine Unze Gold, was an dem riesigen Preisunterschied liegt. Wie wir alle wissen, ziehen Investoren es vor, mehr ´Anteile` von irgendetwas zu besitzen als weniger. Da sich Silber also erschwinglicher anfühlt als Gold, wird Silber von kleinen Investoren oftmals präferiert. Dies erhöht die Reputation von Silber, dass es massive Zugewinne bescheren könnte, nur noch mehr. Diese psychologischen Faktoren sorgen dafür, dass Silber zu überdurchschnittlichen Preisentwicklungen neigt, wenn unverhältnismäßig hohe Beträge von diesem spekulativem Metall angezogen werden.“

Wir sollten auch nicht vergessen, dass die meisten Edelmetallinvestoren klein angefangen haben und jede Unze zählt! Es ist daher völlig unerheblich, ob Sie 500.000 Unzen oder nur 5 Unzen Silber halten. Der erste Schritt ist der wichtigste.

Zahlreiche Investmentprofis im Edelmetallsektor empfehlen, dass kleine Sparer sich von den Kursschwankungen beim Kauf nicht beirren lassen sollten. Stattdessen ist es besser, in regelmäßigen Zeitabständen einen festen Mindestbetrag in Edelmetalle zu investieren.

Beispielsweise könnte sich eine Person, die jeden Monat EUR 50 für Edelmetallinvestitionen beiseite legt, auf diese Art alle paar Wochen ein paar Unzen Silber kaufen. Für Sparer, die größere Geldbeträge haben, die sie in physisches Gold- und Silber umschichten wollen, ist die Frage des Kaufzeitpunkts natürlich von höherer Bedeutung. Natürlich ist der Käufer bestrebt, möglichst günstig zu kaufen.

Hierbei sollte jedoch berücksichtigt werden, dass die internationalen Edelmetallmärkte, besonders der Silbermarkt stark vom Handel mit Terminkontrakten geprägt sind. Viele Beobachter gehen zum Beispiel beim Silbermarkt davon aus, dass es hier buchstäblich jederzeit zu einem „Short Squeeze“ kommen kann, sprich dass die Spekulanten am Silbermarkt aufgrund von Fehlspekulationen auf sinkende Preise dazu gezwungen sind, physisches Silber zu kaufen, um ihre ungedeckten Leerverkäufe glattzustellen, was dann wiederum starke Preisanstiege mit sich bringt.

Adam Hamilton hat auch zum Kaufzeitpunkt Interessantes zu sagen. Als er noch ein Kind war, eröffnete sein Vater ein Aktiendepot für ihn. Mit der Zeit stellte er bezüglich des Kaufzeitpunkts das Folgende fest:

„Gier herrscht immer nur nach einem bedeutenden Kursanstieg vor, wenn eine Aktie weit über ihren 200-Tage-Durchschnitt liegt. Ein Händler, der Aktien kauft, wenn er und seine Kollegen am allergierigsten agieren, kauft somit auch teuer ein. Und bald darauf, wenn die unvermeidliche Korrektur wieder einsetzt, verwandeln sich die teuer gekauften Aktien rasch in heftige Verluste. Wenn Sie also zu niedrigen Kursen kaufen wollen, können Sie dies nicht tun, wenn jeder andere gierig ist und dies ebenfalls für eine tolle Idee hält.

Und auf der anderen Seite wächst die Angst nur nach einer bedeutenden Korrektur, wenn die Aktien auf oder unter den 200-Tage-Durchschnitt fallen. Nach einem derart langanhaltenden oder schnellen Abstieg ist es der Zeitpunkt, wo die Händler als Gruppe am ängstlichsten sind und das Gefühl, verkaufen zu müssen, am stärksten ist. Doch wenn man dieser Versuchung nachgibt und während dieser Phase der größten Angst verkauft, dann verkauft man zu einem niedrigen Kurs. Will man zu einem hohen Kurs verkaufen, dann darf man nicht warten, bis alle anderen Angst haben und der Meinung sind, es sei an der Zeit, die Positionen aufzulösen.


Obwohl es eine Tatsache ist, dass die meisten Händler gierig in der Nähe von Höchstkursen kaufen und ängstlich in der Nähe von Tiefstständen verkaufen – und dadurch im Ergebnis Geld verlieren – kann man lernen, diese natürliche menschliche Veranlagung auszunutzen. Um beim Aktienhandel erfolgreich zu sein, muss man lernen, seine Gefühle völlig zu ignorieren. Wenn alle anderen gierig sind und es so aussieht, als wäre es eine tolle Zeit zum Kauf, dann stehen die Chancen recht gut, dass dem nicht so ist. In Wirklichkeit ist das dann der Verkaufszeitpunkt. Und wenn alle anderen Angst haben und man sich selbst wirklich unwohl fühlt und unbedingt verkaufen will, dann ist es nicht die richtige Zeit dafür. Vielmehr ist das dann die Zeit zum kaufen.

Das ist im Grunde genommen die Quintessenz des Querdenkertums – das Gegenteil von dem zu tun, was die Mehrheit macht. Die beste Zeit zum Aktienkauf ist dann, wenn die Aktien richtig zusammengehauen werden und man sie am wenigsten kaufen möchte. Und die beste Zeit zum verkaufen ist, wenn der Aktienmarkt aufblüht und man keinesfalls verkaufen möchte. Der Handel mit Aktien ist sehr herausfordernd und sehr viele Menschen scheitern dabei, weil es von einem abverlangt wird, immer dann zu kaufen und zu verkaufen, wenn man es am wenigsten möchte. Man muss also ein schwarzes Schaf sein und kaufen, wenn die anderen verkaufen (durch Angst getriebene Tiefststände), und verkaufen, wenn die anderen kaufen (durch Gier getriebene Höhepunkte)…“

Diese grundlegende Erkenntnis erfolgreicher Investoren – Werte zu kaufen, wenn sie billig sind, und zu verkaufen, wenn sie jeder haben will – hat zwar auch im Edelmetallbereich ihre Gültigkeit, der Haken ist nur, dass Edelmetalle, also echtes Geld, im Gegensatz zu all den weltweit gehandelten Papierwerten nicht beliebig vermehrbar sind.

Wenn es Ihnen nicht gelingt, eine Aktie oder einen beliebigen anderen Papierwert zu einem bestimmten Preis kaufen oder verkaufen zu können, dann weichen Sie einfach auf einen anderen Papierwert aus usw. Planen Sie jedoch Gold und Silber als Absicherung gegen Inflation, stark galoppierende Inflation oder systemische Risiken einzusetzen, und Sie haben während der Phase des „durch Gier getriebenen Höhepunkts“ noch keine Edelmetalle – weil Sie den perfekten Kaufzeitpunkt abwarten wollten – dann werden Sie mit Sicherheit auch keine mehr bekommen, und wenn doch, dann nur zu gigantischen Aufschlägen!

Silberpreisentwicklung in Euro - Zum Vergrößern anklicken.

Die Edelmetallmärkte sind winzig und es kann jederzeit zu Lieferengpässen kommen. So merkte Eric Sprott von Sprott Asset Management gegenüber Eric King in einem Radiointerview vom 28.01.2011 an, dass die Situation am physischen Silbermarkt seines Erachtens außerordentlich angespannt sei und seine Firma Monate gebraucht habe, um die geplanten physischen Silberstände aufzustocken:

„Wir mussten in die Märkte gehen und von Dritten rund 15 Millionen Unzen kaufen, und wir brauchten dafür rund 10 Wochen. Es war ein sehr, sehr langer Prozess, und was wir daran ablesen können, ist, dass es ganz offensichtlich keine 15 Millionen Unzen gab, die irgendwo herumlagen…

Ich hatte nicht die Zeit zu untersuchen, wo die Barren herkamen, aber ich kann Ihnen sagen, dass, wenn man sich die Bilder der Barren ansieht, sie so aussehen, als wären sie direkt aus den Scheideanstalten gekommen. Ich vermute daher, dass wir bei Silber aktuell von der Hand in den Mund leben.

Ich glaube, wenn wir hineingingen, um 20 Millionen Unzen zu kaufen, dann würde das eine ganze Weile dauern. Also ich weiß, dass wir vor 5 Wochen einen Auftrag hatten, 1 Millionen Unzen für ein anderen Konto zu kaufen, und die Lieferung dauerte zwei Monate. Ich gehe daher davon aus, dass der Silbermarkt extrem angespannt ist.“

Sprott erklärte darüberhinaus, sein „bester technischer Berater“ würde damit rechnen, dass der Goldpreis im Frühjahr 2011 auf USD 2.150 pro Feinunze explodieren könnte. Silber würde nach Sprotts Auffassung im Rahmen dieser möglichen Preisexplosion auf bis zu USD 50 pro Feinunze in die Höhe schießen.

Auf Propagandafront.de wird oftmals über die weltweiten finanzwirtschaftlichen und ökonomischen Systemrisiken berichtet, die bis heute immer noch völlig ungelöst sind. Wenn der Finanzmarkt gänzlich oder substantielle Teile des Finanzmarktes zusammenbrechen und sich immer mehr Menschen in echtes Geld flüchten, kann es sein, dass Sie im Zweifelsfall „auf der falschen Seite des Handels“ stehen. Die National Inflation Association bringt es auf den Punkt:

„Gewöhnlich halten diejenigen, die Gold und Silber aktiv handeln, US-Dollars, während sie auf Rücksetzer bei den Edelmetallpreisen warten. Es wird jedoch ein Zeitpunkt kommen, an dem der US-Dollar zusammenbricht und Gold um hunderte oder sogar tausende Dollars pro Tag zulegen wird, während Silber seinen Wert an einem Tag möglicherweise verdoppeln oder verdreifachen kann. Vertrauen Sie uns: An diesem Tag möchten Sie ganz bestimmt nicht auf der falschen Seite des Handels stehen. Die NIA konzentriert sich auf die langfristigen Risiken der Hyperinflation und befasst sich nicht mit kurzfristigen Schwankungen.“

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