Explosive Stimmung: Börsencrash treibt Anleger in Gold & Silber

Gold notierte am heutigen Handelstag kurzzeitig über der psychologisch wichtigen Marke von USD 1.800 pro Feinunze. Während die stoischsten Papiergeldanleger immer noch darauf hoffen, dass die Aktienmärkte aus ihrem Tiefenrausch aufwachen und eine Stabilisierung einleiten, rechnen Beobachter damit, dass sich die Eurokrise innerhalb der nächsten zwei Wochen weiter aufheizen dürfte und große Bankenpleiten immer wahrscheinlicher werden

Propagandafront.de, 11.08.2011

Die Talfahrt an den Aktienmärkten setzt sich fort, während die europäische Staatschulden- und Bankenkrise wieder zusehends in den Fokus rückt. Diese Entwicklung hat zur Folge, dass weltweit immer mehr Anleger aus den Aktienmärkten aussteigen und in sichere Häfen wie Gold und Silber flüchten.

Der Dax legte eine ordentliche Bruchlandung hin und musste bisher unglaubliche 11 Tage in Folge Verluste verbuchen, während es den Goldpreis aufgrund des globalen Finanzmarktdebakels weiter kräftig in die Höhe treibt. Der Dax hat sich gegenüber Gold nun bereits 14 Tage in Folge verbilligt! Brauchte man Anfang Juli 2011 noch 5 Unzen Gold, um sich den kompletten Dax zu kaufen, sind es mittlerweile nur noch 3 Unzen.

Dax auf Goldbasis: Verluste ohne Ende. Zum Vergrößern anklicken.

Gold kletterte in den frühen Morgenstunden auf ein neues Allzeithoch und wurde zwischenzeitlich mit einem Kassapreis von USD 1.814,84 pro Unze gehandelt. Infolge der enormen Zugewinne beim Goldpreis ist das Gold/Silber-Verhältnis, das im Frühjahr dieses Jahres bereits im unteren 30er Bereich lag, am Dienstag auf bis zu 47 in die Höhe geschossen.

Nichtsdestotrotz kämpft der „kleine verrückte Bruder des Goldes“ bisher erstaunlich gut gegen den Deflationsschock an den Aktien- und Rohstoffmärkten an. Silber, das in den Morgenstunden bei knapp USD 39 pro Unze lag, verteuert sich gegenüber Rohstoffen und Aktienwerten zusehends, obwohl der nominelle Silberpreis zurzeit lediglich eine Seitwärtsbewegung vollführt. Benötigte man im April dieses Jahres, als Silber mit USD 49 pro Unze gehandelt wurde, noch 155 Unzen um den Dax zu kaufen, sind es zurzeit lediglich 140 Unzen.

Gold/Silber-Verhältnis - Zum Vergrößern anklicken.

Bezüglich der Goldpreisentwicklung merkte ein Londoner Händler im Interview mit King World News an, dass wichtige Marktteilnehmer, die mit Shorts auf fallende Goldpreise spekulierten, enorme Verluste eingefahren haben müssen:

„Ich bin mir sicher, dass Kursbewegungen von USD 2 bei Silber und USD 50 bei Gold von nun an völlig normal sein werden. Wer nicht damit rechnet, der begreift nicht, was hier eigentlich los ist. Und man sollte auch nicht vergessen, dass wir August haben. Das heißt, dass normale Mitarbeiter an den Tischen sitzen [während die Chefs im Urlaub sind]. Das ist sehr ungewöhnlich, und wir haben eine sehr geringe Liquidität bei den Metallen, was auch einer der Gründe dafür ist, warum sich die Ereignisse bei den Metallen nun so rasch überschlagen, also dass Gold sich innerhalb von einer Minute um USD 10 verteuert.

Die physischen Käufer haben immer noch nicht genug und werden langsam nervös. Die Käufer, die gleich große Mengen abnehmen, haben immer noch nicht genug, was den Goldmarkt antreibt. Sollte der Goldpreis nach unten gehen, werden die Käufer weiter zuschlagen, wenn nicht, müssen sie dem Markt hinterherjagen. Fakt ist, dass es mich nicht wundern würde, einen Preissprung von USD 100 zu sehen, sollten sie mit ihrer Geduld am Ende sein…

…die Shorts hat es bei dem nächtlichen Anstieg am Montag völlig zerlegt. Einige große Marktteilnehmer erhielten Nachschussaufforderungen. Am Montag gab es einige qualvolle und beklommene Gesichter. Diese Londoner Typen wachten auf und da hatte es sie bereits komplett zerlegt, und ich gehe nicht davon aus, dass sie jemals wieder auf fallende Preise spekulieren werden, falls sie überhaupt noch im Geschäft sein sollten…Diejenigen, die nicht alles verloren haben, haben mit Sicherheit enorme Verluste eingefahren.“

Der renommierte Edelmetallexperte John Embry erklärte heute:

„Ich bin der Meinung, dass die Aktivitäten bei Gold im Grunde das bestätigen, was sich zurzeit in der realen Welt abspielt. Es gab eine Reihe von beunruhigenden Ereignissen, angefangen mit der Vereinbarung zur [US-]Schuldengrenze, von der jeder annahm, dass sie positiv sei und den Gold- und Silberpreis nach unten drücken würde…Bei genauerer Prüfung entschied S&P, die Wertpapiere [der USA] herunterzustufen. Das sind zwei Ereignisse, die ich für Gold als sehr vorteilhaft erachte.

Doch das Ereignis, mit dem man es wirklich auf die Spitze trieb, war die Aktion von Herrn Bernanke, der sagte, dass man den Leitzins für die nächsten zwei Jahre bei fast null Prozent einfrieren würde, während er andeutete, dass er sogar noch aggressivere Maßnahmen ergreifen würde. Für Gold und Silber sind diese Sachverhalte außerordentlich positiv, obwohl Silber das bisher noch nicht richtig widerspiegelt.“

Die globalen Finanzmärkte befinden sich zurzeit in Aufruhr. Wohin das Auge reicht, finden sich Schuldenprobleme über Schuldenprobleme. Im Rahmen des EU-Staatsschuldendebakels rücken nun auch Deutschland und Frankreich in den Fokus. Die Menschen zweifeln zunehmend daran, dass die von den Politikern als „alternativlos“ beschriebenen Rettungsmaßnahmen der Eurozonen-Pleiteländer von den Nettozahlern überhaupt geschultert werden können.

Im Hinblick auf die Kakophonie der EU-Diktatur erklärte der FDP-Generalsekretär Christian Lindner vor wenigen Tagen: „Die Märkte riechen doch Angst und reagieren durch Spekulation.“

Die Finanzeliten an Wall Street und der City of London sind nicht daran interessiert, dass sich die Eurozone erholt. Da es den USA nicht möglich ist, die desaströse Wertentwicklung des US-Dollars zu beschönigen, bleibt dem Imperium nur noch, von der eigenen Schwäche abzulenken, indem der Euro niedergemacht wird. Bob Chapman vom International Forecaster merkte dazu am 03.08.2011 an:

„Die Griechenlandkrise hat sich mittlerweile in eine europaweite Krise verwandelt, und wir fragen uns, wann Europa mitbekommen wird, dass Wall Street und die City of London gerade alles daran setzen, den Euro als ernst zu nehmende Alternative zur jetzigen Weltreservewährung, dem US-Dollar, zu zerstören. Bisher gelang es dem Euro mehr oder weniger, sich zu halten, während der US-Dollar weiter abschmierte, und zwar nicht nur im US-Dollar Index, sondern auch gegenüber Gold und Silber.

Einige sind der Meinung, dass der Euro und die Europäische Union wiederbelebt worden sind, doch wir sehen das etwas anders. Die Tatsache, dass immer mehr Länder in den Euro gegangen sind, ist nicht auf die Stabilität dieser Währung, sondern vielmehr auf die Schwäche des US-Dollars und auf Stützungsmaßnahmen Russlands und Chinas zurückzuführen. Die elitistischen Mächte in New York und Washington haben aber überhaupt nicht die Absicht, den Status des US-Dollars als Weltreservewährung aufzugeben.“

Der Historiker und Geostratege Webster Tarpley geht davon aus, dass angloamerikanische Spekulanten die kommenden Tage und Wochen nutzen würden, um Kernländer der Eurozone ins Kreuzfeuer zu nehmen. Am 08.08.2011 erklärte Tarpley im Gespräch mit Alex Jones:

„Wir haben folgende Situation: Griechenland, Portugal und Irland erhalten bereits Rettungsgelder aus diesem verrückten Fonds, diesen törichten Fonds, der nicht hätte eingerichtet werden dürfen…eine verrückte Politik. Das bedeutet, dass sich die Spekulanten von dem ursprünglichen Trio – Griechenland, Portugal und Irland – abwandten und sich auf Italien und Spanien einschossen. Das begann am 11.07. mit Italien und erreichte vergangene Woche seinen Höhepunkt.

Momentan scheint es so zu sein,…dass die Haie, die Hedge-Fonds-Hyänen, nun auf der Suche nach neuen Opfern sind – ja und wer könnte das sein? Wahrscheinlich wird es ungefähr so ablaufen: Zunächst ist Belgien an der Reihe. Von den nordeuropäischen Ländern ist das das Land mit dem schwächsten Anleihemarkt…Nach Belgien kommt Frankreich dran, und damit attackiert man den Kern der Europäischen Union, die französisch-deutsche Beziehung…

Zwischen heute und Ende August wird es einen konzertierten Versuch geben, die Eurokrise weiter anzuheizen. Noch einmal: Das ist der Monat, wo in Südeuropa – ob nun in Italien, Spanien, Bayern, also in allen katholischen Regionen – bis zum 15.08. praktisch alles zum Erliegen kommt…Man hat also nur sehr geringe Handelsvolumen an den Anleihenmärkten, die perfekte Zeit für die Hedge-Fonds-Hyänen aus New York und London in den Markt zu gehen und mithilfe von Kreditausfallversicherungen [CDSs-Derivate] ihre Angriffe durchzuführen. Achten Sie darauf, wie sich der Angriff auf den Euro verschärfen wird.

Und falls Frankreich unter Angriff geraten sollte – ich hoffe, die Leute begreifen, dass es sich hierbei in der Tat um eine weltweite Wirtschaftsdepression handelt…wir sollten nicht vergessen, dass die Depression in drei Wellen kommt. 1929 war der Crash. 1931 die europäische Bankenkrise. Danach kam sie in die USA zurück und wurde zur fatalen Bankenpanik von 1931, 1932.

Wir befinden uns nun in der zweiten Welle der aktuellen Depression…die dritte Welle dürfte ein Bankencrash [in den USA] werden…Man braucht sich nur die Aktien der Banken anzusehen…Gehen Sie von einem dramatischen Ereignis aus. Wer wird das nächste Lehman Brothers sein? Wer das nächste Bear Stearns? Da gibt es jede Menge Kandidaten…“

Es deutet also einiges darauf hin, dass sich die Lage in der Eurozone innerhalb der kommenden Wochen weiter zuspitzen könnte. Die Bürger, die in der EU-Diktatur leben und unter der Euro-Weichweiwährung immer stärker zu leiden haben, sind gut beraten, Maßnahmen zur Absicherung ihres Vermögens zu ergreifen und ein Mindestmaß an Krisenvorsorge zu betreiben, solange noch Zeit dazu bleibt. „Vorsorge“ heißt ja bekanntlich so, weil die Maßnahmen vor möglichen Katastrophen ergriffen werden und nicht erst danach.

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