Silberpreis erklimmt neues 30-Jahreshoch

Der Silberpreis konnte im asiatischen Handel die Marke von USD 25,00 pro Feinunze knacken – Analysten sehen weitere rapide Kurssprünge

Propagandafront.de, 01.11.2010

Der Preis für physisches Silber stieg in den vergangenen Wochen unaufhörlich an und erreichte immer neue Bestmarken. Am Montag wurde die Feinunze des weißen Edelmetalls im asiatischen Handel bereits mit einem Kassapreis von USD 25,05 gehandelt, was ein neues 30-Jahreshoch darstellt.

Der Preis für physisches Silber hat innerhalb der vergangenen 12 Monate um über 50% zugelegt – und zwar nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch gegenüber dem Euro. Auch gegenüber Gold konnte Silber immer mehr zulegen. Das Gold/Silber-Verhältnis, das im Sommer 2008 noch über 80 lag, ist alleine in den vergangenen drei Monaten von 67 auf 55 eingebrochen.

Zum Vergrößern anklicken.

Dennis Gartman, der Herausgeber des Gartman-Letters, merkt zum Gold/Silber-Verhältnis in einem „normalen Bullenmarkt für Edelmetalle“ an:

„In einem normalen Bullenmarkt für Edelmetalle ist eines der Merkmale, dass Silber gegenüber Gold zulegt. Wir können davon ausgehen, dass das Gold/Silber-Verhältnis weiter zurückgeht und dass die Edelmetalle wahrscheinlich unterm Strich weiter steigen werden. Und wir bekommen einen Hinweis darauf, dass der Bullmarkt bei den Edelmetallen endet, wenn wir mehrere Tage haben, an dem die Preise weiter ansteigen und Gold gleichzeitig gegenüber Silber zulegt. Dies würde ein Signal sein um sich darüber Sorgen zu machen, dass man sich dem Ende der Bullenbewegung nähert.“

Historisch gesehen ist hier noch sehr viel Spiel. Im Mittelalter und zu Beginn der Neuzeit lag das Gold/Silber-Verhältnis immer zwischen 10 und 20. Im 19. Jahrhundert legte Gold dann immer mehr zu, da die westlichen Länder langsam damit begannen ihre Währungen nur noch durch Gold zu decken und sich vom Bimetallstandard bzw. vom Silberstandard zu lösen.

Zum Vergrößern anklicken.

Wie Sie anhand der obigen Aufstellung sehen können, belief sich das Verhältnis zwischen dem 14. Jahrhundert und dem 16. Jahrhundert auf unter 12 und stieg dann bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf rund 26. Von 1900 bis 2010 belief sich das durchschnittliche Gold/Silber-Verhältnis auf 47.

Immer mehr institutionelle Anleger, Hedge Fonds und Privatinvestoren spielen aktuell mit dem Gedanken in physisches Silber, Wertpapiere, die mit Silber in Zusammenhang stehen, und Silberminen zu investieren. Physisches Silber wird – da es in den vergangenen Wochen praktisch alle technischen Widerstände durchbrochen hat, so als gäbe es sie garnicht – für immer mehr Anleger zunehmend interessanter.

Laut Edelmetallexperten wie Bob Chapman oder James Turk kann aufgrund der aktuell vorherrschenden Marktdynamik die USD 30 Marke jederzeit durchbrochen werden. Der berühmte Buchautor und Investor Robert Kiyosaki wies vor wenigen Tagen noch einmal darauf hin, dass es sich bei Silber für USD 25,00 pro Feinunze immer noch um ein Schnäppchen handeln würde.

Angesichts der willkürlichen und kriminellen befehlswirtschaftlichen Geldpolitik in den USA und in Europa, dem ausufernden globalen Währungskrieg und der anhalten globalen Finanz- und Wirtschaftskrise scheinen sich die positiven Entwicklungsaussichten für Gold und Silber weiter zu verfestigen, da diese Metalle auf inflationäre Entwicklungen von Währungsräumen oftmals hochsensibel reagieren.

So haben die EU und die Regierungschefs der Mitgliedsländer am Freitag beispielsweise beschlossen die Europäische Finanzmarkt-StabilisierungsFazilität, EFSF, welche europäische Pleitestaaten im Staatsschuldendebakel retten soll, nun über 2013 hinaus permanent zu verlängern. Gleichzeitig verlautbart die US-Notenbank bereits seit Wochen die Geldpolitik weiter lockern zu wollen und die Weltmärkte mit noch mehr Liquidität zu fluten.

Laut Chapman hat das erneute Gelddrucken der Federal Reserve bereits im Juni eingesetzt und die Investoren konnten beobachten, wie es auf den Rohstoffmärkten innerhalb der vergangenen 12 Monate – besonders in Bereichen wichtiger Grundnahrungsmittel – zu Preisexplosionen kam, eine Entwicklung, die sich innerhalb der letzten 3 Monate noch zusätzlich verschärft hat.

Was viele Sparer und Investoren bei Silber oftmals übersehen, ist, dass Silber noch „geldiger“ ist als Gold. In einem gestern bei Daily Bell veröffentlichten Interview führte David Morgan von Silver-Investor.com dazu aus:

„´In der Geschichte ist Silber das hauptsächliche Geldmetall und nicht Gold` – Nobelpreisträger Milton Friedman in einem Interview mit James Blanchard auf der New Orleans Investmentkonferenz am 07.11.1993. Das vorstehende Zitat ist eine Tatsache der Geschichte des Geldes, aber im Westen beschäftigen sich nur wenige mit der Geschichte des Silbers oder wissen darüber. Ja, Gold ist Geld, aber Silber ist öfter, an mehr Orten und von mehr Menschen als Geld verwendet worden, als dies bei Gold jemals der Fall war…

Da die meisten Transaktionen kleine tagtägliche Transaktionen aller Menschen darstellen, ist es als das Metall des Volks bekannt. Mit Silber kauft man sich kleine Dinge – Nahrungsmittel, Wasser, Energie und Kleidung beispielsweise. Die Begleichung großer Käufe würde in Gold erfolgen…

Auf sehr kurzfristiger Basis sind Gold und Silber technisch gesehen überdehnt und könnten zurückgehen. Längerfristig werden Silber und Gold wesentlich stärker gegenüber jeder Papierwährung ansteigen,…“

China, der drittgrößte Silberexporteur, schränkt seine Ausfuhren physischen Silbers aufgrund der enormen Inlandsnachfrage gegenwärtig drastisch ein. Alleine in diesem Jahr wird China die Silberexporte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um geschätzte 74 Millionen Unzen zurückfahren.

Auch die US-Bürger kaufen immer größere Mengen an physischem Silber, um sich auf eine weitere Verschärfung der Wirtschaftsdepression vorzubereiten. Die US-amerikanische Prägeanstalt, US-Mint, verkaufte alleine während der Monate Januar bis September dieses Jahres im Schnitt 2,8 Millionen Unzen der „US Silver Eagle“-Anlagemünze – der Durchschnitt liegt normalerweise bei 800.000 Stück.

Aufgrund der technischen Eigenschaften des Silbers – es ist das Metall mit der höchsten Wärmeleitfähigkeit, elektrischen Leitfähigkeit und Lichtreflektion – benötigt man Silber zur Herstellung unzähliger technischer Gerätschaften der Kommunikationsgesellschaft. Da es sich bei Silber um ein chemisches Element handelt, kann dessen Molekularstruktur auch nicht künstlich unter Laborbedingungen hergestellt werden.

Gegenwärtig gibt es bedeutend weniger physische Silberbestände auf dem Planeten als Goldbestände, was seine Ursache darin findet, dass Silber durch die Industrie aufgebraucht wird. Es wird davon ausgegangen, dass sich die weltweiten Bestände physischen Silbers aktuell auf rund 800 Millionen Unzen belaufen, wohingegen Gold, das von Zentralbanken und Investoren gehortet wird, mit 2,2 Milliarden Unzen veranschlagt wird.

Für den normalen Bürger, der darüber nachdenkt kleinere Beträge an Fiatwährung oder Wertpapiere in physische Edelmetalle umzuschichten, könnte sich Silber im Gegensatz zu Gold aufgrund des geringeren Preises und anderer in diesem Artikel aufgeführter Faktoren als wesentlich attraktiver herausstellen.

Weitere Artikel zu diesem Thema


  • Warum kaufen die (cleveren) Investoren 50 Mal mehr physisches Silber als Gold?
  • Als Langzeit-Edelmetallinvestoren sind wir uns über gewisse Sachverhalte natürlich im Klaren. Hierzu gehört die Tatsache, dass das Silber/Gold-Angebotsverhältnis historisch gesehen immer einen direkten Einfluss auf die Preisentwicklung der beiden Metalle gehabt hat. Das aktuelle Silber/Gold-Angebotsverhältnis für Investmentzwecke liegt bei rund 3:1.
  • Chinas Silbernachfrage explodiert
  • Das Volumen des chinesischen Silberhandels explodiert. Und während es zurzeit vornehmlich Papiersilber ist, das von den großen chinesischen Handelsbanken an Privatinvestoren verkauft wird, stellt sich die Frage, was passiert, wenn diese Nachfrageströme vermehrt in das physische Metall umgelenkt werden
  • Kursfeuerwerk – Gold und Silber mit neuen Bestmarken
  • Die Preisexplosionen am Edelmetallmarkt halten weiter an. Gold konnte am 08.11.2010 wieder ein neues Allzeithoch erzielen und die psychologisch wichtige Marke von USD 1.400 pro Feinunze durchbrechen. Das gelbe Metall ging am Montag mit USD 1.410,20 pro Feinunze aus dem Handel und konnte damit im Vergleich zur Freitagsnotierung um USD 20,00 zulegen.
  • Silber schlägt Gold und kein Ende in Sicht
  • Silber hat sich im September besser entwickelt als Gold. Innerhalb der letzten 4 Wochen ist das Gold/Silber-Verhältnis von 68,3 auf 61,4 gefallen und bisher ist keine Trendwende bei dieser „Talfahrt“ für Gold absehbar, da die Edelmetallexperten unter anderem davon ausgehen, dass eine Erholung des Gold/Silber-Verhältnisses zugunsten des gelben Edelmetalls erst dann wieder einsetzt, wenn der
  • Silber/Gold-Verhältnis schießt auf 5-Jahreshoch
  • Heute wurde das Gold/Silber-Verhältnis (GSV) auf unter 44,8 gedrückt. Die Feinunze Silber kostete heute an den internationalen Handelsmärkten in der Spitze bereits wieder über USD 30,50 und ist damit im Vergleich zu Gold so teuer wie seit April 2006 nicht mehr, wo das GSV kurzzeitig auf 43,5 absank. Sollte sich Silber weiter behaupten können, würde