Gold & Silber: Nachfrage nach physischen Edelmetallen weiterhin riesig

Wer kann deckt sich ein – Zentralbanken, Fonds und Papiergeldsparer flüchten in Gold und Silber, als gäbe es kein Morgen mehr

Propagandafront.de, 21.11.2010

Wer kann, kauft Silber und Gold – so kann die Stimmung institutioneller und privater Investoren gegenwärtig umschrieben werden. Ob Entwicklungs- und Industrieländer, die über genügend politische und militärische Macht verfügen, sich gegen die aus korrupten Politikern und verbrecherischen Zentralbanken bestehende globale Fiatmafia zu verteidigen, „Schurkenstaaten“, die aus ideologischen Gründen keine Ambitionen haben, sich mit abwertenden Papiergeldschnipseln zu bewerfen, oder potente Privatinvestoren, die sich mit notleidenden Wirtschaftsbranchen um die Rohstoffwährungen rangeln – der Kampf um Silber und Gold ist im vollen Gange.

Kein Wunder also, dass sich die Preise für die beiden ältesten Währungen der Welt gegenwärtig auf hohen Niveaus befinden. Gold ging am Freitag mit einem Kassapreis von USD 1.354,10 pro Feinunze aus dem Handel, gerade einmal USD 60 unter dem Allzeithoch des gelben Metalls, das im Verlaufe dieses Monats erzielt wurde.

Silber konnte sich immerhin mit einem Preis von USD 27,35 pro Unze behaupten, der kleine Bruder des Goldes war vor 5 Jahren noch für USD 8 pro Unze zu haben. Vorausschauende Anleger konnten sich so seit November 2005 aufgrund der Silberpreisentwicklung an einer Rendite von ca. 240% erfreuen, Goldanleger machten im selben Vergleichszeitraum immerhin ein Plus von gut 180% – und das bei wirklichem Schutz vor Totalverlust, außer die Anlagebarren und –münzen fangen an zu rosten.

Die US-amerikanische Bevölkerung investiert gegenwärtig massiv in physisches Silber. Die Menschen versuchen ihre Papiergeldersparnisse aus Angst vor Inflation und weiteren wirtschaftlichen Verwerfungen in Sicherheit zu bringen.

Bereits jetzt steht fest, dass die US-Münzprägeanstalt, U.S. Mint, beim Verkauf von Silbermünzen 2010 einen neuen Jahresrekord verzeichnet, und das obwohl noch rund 5 Wochen bis Jahresende zu bewältigen sind. Die U.S. Mint begann am 19.01.2010 mit dem Verkauf der „Silver Eagle“-Serie mit dem Prägedatum 2010 und konnte davon bisher bereits 31,8 Millionen Unzen verkaufen. Der alte Rekord stammte aus 2009 und lag bei 30,46 Millionen verkaufter 1-Unze Anlagemünzen. Alleine in den ersten drei Novemberwochen wurden 3,8 Millionen Stück verkauft. Der Edelmetallanalyst Ed Steer von Caseyresearch.com kommentiert:

„Sollte der Silbermarkt übers Wochenende nicht völlig in sich zusammenbrechen, dürfte die Münzprägeanstalt die 4 Millionen Marke bei den Silver Eagles mit Leichtigkeit durchbrechen. Zur gleichen Zeit kann man sich jedoch nur darüber wundern, wie lange man diese Produktionszahlen aufrechterhalten kann – und wo sie ihr Silber herbekommen werden. Es ist vorgeschrieben, dass die Silver Eagles aus in den USA abgebauten Silber hergestellt werden – und bei diesen Produktionsniveaus kommen wir immer näher an den Zustand, dass die US-Münzprägeanstalt jede einzelne Unze der US-Silberminenproduktion in eine einzige Sache umwandelt: In Silver Eagles. Wer hätte das vor gerade einmal drei Jahren für möglich gehalten?“

China, das selbst zu den 10 größten Gold- und Silberproduzenten der Welt zählt, ist ein weiterer großer Nachfrager nach physischem Silber. Propagandafront.de berichtete bereits darüber, dass ein Großteil der chinesischen Mittelschicht aktuell gigantische Mengen an Silber nachfragt. Neben der Tatsache, dass Gold zurzeit rund 50-mal teurer ist als Silber, begründet sich die extrem hohe chinesische Silbernachfrage hauptsächlich durch den Umstand, dass die chinesische Regierung gegenwärtig buchstäblich den gesamten inländischen Goldmarkt leerfegt.

„Seit Anfang November gab es durchschnittlich pro Tag drei oder vier neue Großkonto-Klienten, die sich über den Preis von Silber und damit zusammenhängende Produkte, zum Beispiel Termingeschäfte von Silber, haben beraten lassen, so Wei Na, Angestellte einer Pekinger Zweigstelle der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC). ´Goldpreise steigen derzeit schnell an, so dass es teuer für Einzelinvestoren ist. Dagegen ist Silber relativ preiswert, und ich glaube, dass der Preis in Zukunft steigen wird`, so Silber-Investor Zhang Qian bei der ICBC-Zweigstelle. ´Einige Kunden haben physisches Silber gekauft, während andere es vorziehen, Silberzertifikate – so genanntes Papiersilber – per Online-Banking zu kaufen`, so Wei.“,

meldete Deutschland.China.org.cn am 16.11.2010 über „Chinas Spekulanten“. China gibt aktuell alle Ausfuhrvergünstigungen für Silber auf und erteilt der gigantischen Inlandsnachfrage nach dem weißen Edelmetall grünes Licht. Alleine in diesem Jahr wird die weltweite Silberversorgung von chinesischer Seite her – China ist der drittgrößte Silberproduzent der Welt – um atemberaubende 74 Millionen Unzen zurückgehen, was rund 8% der weltweiten Versorgung darstellt.

Die chinesische Goldnachfrage explodiert ebenfalls. Am 19.11.2010 meldete Deutschland.China.org.cn mit Verweis auf das World Gold Council:

„Das chinesische Festland steht mit 101,3 Tonnen auf dem zweiten Platz [der weltweiten Rangliste goldkonsumierender Länder]. Das entsprach einem Zuwachs von acht Prozent gegenüber dem Vorjahrszeitraum…

Der Anstieg der Goldnachfrage soll vor allem auf die Investition in Gold zurückzuführen sein. Laut dem WGC-Bericht ist die Nachfrage nach Anlagegold im Einzelhandel von Juni bis zum September um 25 Prozent auf 243 Tonnen Gold geklettert…

Wie Grubb im Interview erklärt, bleibt die ´fundamentale Stärke` des Goldmarktes trotz der Preissenkung in den letzten Tagen unverändert.“

Ein Nachfragerückgang hört sich jedenfalls anders an. Mike Krieger schrieb im Oktober dieses Jahres über den Goldhunger des chinesischen Staates:

„Während die Tatsache, dass Chinas Währungsreserven bis Ende September dieses Jahres auf USD 2,65 Billionen emporschnellten, noch zahlreiche Schlagzeilen zur Folge hatte, wiesen die wenigsten darauf hin, dass es sich hierbei im Jahresvergleich um eine Wachstumsrate von 17% handelt. Die sich daraus ergebenden Implikationen sind klar. Jeder weiß, dass die BRIC-Länder und viele andere Länder nur einen kläglichen und völlig unzureichenden Anteil an Gold halten – und zwar nicht nur im Hinblick auf die tatsächliche Menge, sondern auch als Prozentsatz ihrer Gesamtbestände an Währungsreserven.

Die aktuellsten Daten über den chinesischen Goldbestand stammen aus April 2009, wobei die gehaltene Menge mittlerweile mit Sicherheit bedeutend höher sein dürfte, was jedoch an der Sache vorbeigeht, auf die ich hier hinzuweisen versuche. Der entscheidende Punkt ist, dass die Währungsreserven in China um 17% angewachsen sind, so dass der Anstieg bei den Goldreserven mindestens um diesen Betrag zugenommen haben müsste, um den Prozentsatz Gold/Währungsreserven auf DEMSELBEN Niveau zu halten, von dessen Erhöhung mal ganz abgesehen.“

Man geht derzeit davon aus, dass Chinas Goldreserven immer noch im tiefen einstelligen Prozentbereich ihrer Währungsreserven liegen. Da aber praktisch kein in China gefördertes Gold mehr auf die Märkte kommt, wird vermutet, dass die nächste offizielle Mitteilung der chinesischen Zentralbank eine kräftige Erhöhung ausweisen wird. Krieger ist der Meinung, dass viele Länder in Asien und Lateinamerika bisher noch nicht substantiell ins Gold gegangen sind, weil sie „über keine Atomwaffen verfügen“.

Den Iran, der seit Jahrzehnten mit verdeckten Kriegsmaßnahmen der Vereinigten Staaten konfrontiert wird, scheint die Militärmacht der westlichen Fiatgeldkommunisten jedoch nicht zu stören. Im Oktober dieses Jahres wurde gemeldet, dass der Iran seine Goldbestände innerhalb kürzester Zeit „mehrere Male vervielfacht“ habe. Goldreporter.de schrieb dazu am 31.10.2010:

„Irans gesamte Währungsreserven sollen offiziellen Angaben zufolge  100 Milliarden US-Dollar überschritten haben. Setzt man die genannten 15 Prozent Goldanteil zur Berechnung an, dann müsste das Land bei einem aktuellen Goldpreis von 1.358 Dollar 343 Tonnen des Edelmetalls besitzen…Mit den genannten Goldbeständen wäre der Iran nach offizieller Zählweise des World Gold Council hinter Venezuela und vor Saudi-Arabien auf Platz 14 der größten Gold-Nationen.“

Im Juni dieses Jahres gab die iranische Zentralbank bekannt, dass man vom Euro und dem US-Dollar mehr oder weniger die Nase voll habe, und nun beabsichtige, in nächster Zeit Papiergeld im Wert von insgesamt USD 45 Milliarden gegen Gold einzutauschen.

Auch die Russen scheinen ihr Vertrauen in die internationalen Fiatwährungen zu verlieren. Am 19.11.2010 meldete die russische Zentralbank, ihre Goldbestände kräftig ausgeweitet zu haben. Ed Steer führt dazu aus:

„Die Zentralbank der Russischen Föderation aktualisierte ihre Internetseite für den Monat Oktober…Sie meldeten, ihre offiziellen Reserven, die sich nun auf 24,9 Millionen Unzen belaufen, um weitere 600.000 Unzen aufgestockt zu haben. Seit Beginn des Jahres haben die Russen ihre Reserven um 4,6 Millionen Unzen aufgestockt. Das ist eine ganze Menge!!!

Wenn ich mich richtig an die russische Goldproduktion des Jahres 2009 erinnere, sieht es so aus, als kaufen sie gerade alles auf, was aus dem Boden kommt – vielleicht sogar noch etwas mehr…Die chinesische Regierung macht gerade genau dasselbe, außer, dass sie es im Geheimen tun. Ich frage mich, wann sie ihre nächste große Ankündigung bezüglich einer Erhöhung ihrer Goldbestände machen werden, und wie stark diese ausfallen wird.“

In Verbindung mit der künftig wahrscheinlich noch weiter zunehmenden „Investmentnachfrage“ verfügt die ohnehin bereits angespannte Versorgungslage bei Gold und Silber jedenfalls über genügend Potenzial für ein Kursfeuerwerk der Sonderklasse.

Viele Gold- und Silberanalysten warnen eindringlich davor, dass Anleger nicht zu spät in den Edelmetallmarkt einsteigen sollten. Wenn die ersten großen nordamerikanischen und europäischen Länder die Zahlungsunfähigkeit oder die Notwendigkeit von „Schuldenumstrukturierungen“ verkünden müssen – was dank der stalinistischen Polit- und Zentralbankenmafia nur noch eine Frage der Zeit ist – dürfte es im Vergleich zu 2010 aller Vorausschau nach bedeutend schwieriger werden, physische Edelmetallinvestments zu tätigen.

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