UN-Klimakonferenz in Bonn: Der Zug entgleist

Weltregierungsfraktion der Vereinten Nationen sieht sich einem Dilemma gegenüber

Lord Christopher Monckton, Viscount of Brenchley, SPPI Blog, 11.04.2010

Die internationale Klimakonferenz der Vereinten Nationen hat hier in Bonn beschlossen, dass die reicheren der 192 Teilnehmerstaaten der Klimarahmenkonvention eine Menge Geld der Steuerzahler zur Verfügung stellen sollen, um bis zum Dezember – dem Zeitpunkt, an dem der rechtlich verbindliche Weltregierungs-Klimavertrag in der mexikanischen Stadt Cancun unterzeichnet werden soll – zwei zusätzliche Wochen an Vorverhandlungen zu ermöglichen.

Dr. Yvo de Boer, der in Kürze als Generalsekretär der Klimarahmenkonvention zurücktreten wird, erklärte den Beobachtern hier in Bonn, dass die zusätzlich Zeit notwendig ist um Details zu klären, die anderenfalls die Verhandlungen vor dem Treffen in Cancun zunichte machen könnten.

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(Das Maritim Hotel in Bonn am Sonntag d. 11.04.2010 - ein engagierter Bürgerjournalist von Propagandafront verschafft sich einen Eindruck von der Lage vor Ort.)

Im Juni wird es im Grand Hotel Petersberg in Bonn auch ein Treffen der Regierungschefs geben. Der Zweck dieses Treffens ist es den Vereinten Nationen zu erlauben potenziell aufmüpfige Regierungschefs zu identifizieren und zwischen Juni und Dezember eine Charmeoffensive gegen sie in Stellung zu bringen.

Dr. de Boer sagte, dass er sich nicht sicher sei, ob in Cancun ein rechtlich verbindlicher Vertrag zustande käme. Er gehe davon aus, dass ein weiteres Jahr notwendig sein könnte. Er sagte, er hofft, dass die Verhandlungsvertreter die Einstellung mitbringen, welche auch während der Gespräche, die zum Kyoto-Protokoll führten, funktioniert habe: Man sollte den Vertrag kurz halten, ihn auf den Punkt bringen, allgemeine Richtlinien schaffen und es ermöglichen, dass die Details dazu später ausgearbeitet würden, wenn der Vertrag erst einmal in Kraft ist.

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(Starke Sicherheitsvorkehrungen schützen die Deligierten aus über 190 Teilnehmerstaaten.)

Die Weltregierungsfraktion der Vereinten Nationen sieht sich einem Dilemma gegenüber. Wenn die Bürokraten den Druck zu schnell erhöhen, so wie sie es im Dezember letzten Jahres beim Klimagipfel in Kopenhagen taten, wird der Zug aus dem Gleis geraten. Wenn sie die Dinge jedoch verlangsamen, so dass der Schlusswagen die Lokomotive einholt, könnten die Passagiere anfangen zu merken, dass sich das Klima in Wirklichkeit garnicht so schnell verändert, wie die Klimaberichte der Vereinten Nationen es vorhergesagt haben.

Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Vereinten Nationen versuchen könnten alle zu überraschen, indem sie die Regierungschefs überzeugen sich bis zum Petersberg-Treffen im Juni vollständig auf einen verbindlichen Vertrag zu einigen. Aus Sicht der Möchtegern-Weltregierer hätte dies den unschätzbaren Vorteil, dass man dem US-Senat den Vertrag vorlegen könnte, solange Obama noch eine starke Mehrheit hat.

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(Das ganze Arreal des Maritim Hotels wurde durch einen blauen Zaun abgeriegelt.)

Hier ist sich Jeder absolut im Klaren darüber, dass sich das Obama-Experiment in den Augen der Wähler in den USA, als nicht ganz so erfolgreich herausstellte und Zugewinne von Sitzen der Republikaner in beiden Häusern des Kongresses die Annahme irgendeines Klimavertrages – besonders, wenn er den aktuell entgleisten Weltregierungsvorschlag wiederbeleben würde – praktisch unwahrscheinlich machen.

Der US-Senat hat die Macht Verträge zu ratifizieren. Es ist jedoch nicht möglich, dass ein Vertrag verabschiedet wird, wenn sich nicht 67 der 100 möglichen Stimmen dafür aussprechen. So wie es jetzt aussieht, wird es sich schwierig gestalten diese Zweidrittelmehrheit zu erreichen. Die am meisten ernstzunehmenden Beobachter gehen davon aus, dass dies nach den Kongresswahlen im November unmöglich sein wird, während zur selben Zeit die Klimakonferenz in Cancun stattfindet.

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(Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes untersuchen auf das Gelände kommende Fahrzeuge um die Bürokraten der Vereinten Nationen, die Delegierten der Teilnehmerstaaten und Beobachtergruppen zu schützen.)

Für die Weltregierungsgruppe unter den Bürokraten der Vereinten Nationen und ihre Weggefährten ist Cancun daher zu spät. Und, wenn Herr de Boer damit Recht behält, dass dort noch nicht einmal ein Vertrag zustande kommt, dann würde es durch die Verzögerung um ein weiteres Jahr für die Wähler in den Ländern, die das Glück haben und allgemeines Wahlrecht besitzen, immer offensichtlicher werden, dass sich das Klima nicht so verhält, wie ihm befohlen wurde.

Kurz gesagt, der Zug ist gerade dabei in die Schlucht zu stürzen und fast Jeder ist sich darüber im Klaren. Es gibt immer noch einige wirklich Gläubige , welche die Propaganda geschluckt haben. Auf der Konferenz kam einer von ihnen zum CFACT-Stand und unterhielt sich freundlich mit mir, bis ich erwähnte, dass die Wissenschaft hinter den Berichten des IPCC gerade zusammenbricht. Er änderte sein Verhalten umgehend. Sein Lächeln verschwand und er stapfte verärgert davon.

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(Keine Massenproteste fürs Klima. Wo sind die ganzen Weltretter, wenn man sie braucht? Herzlichen Dank an unseren Bürgerjournalisten an der Propagandafront.)

Es gibt einen interessanten Unterschied zwischen dem Verhalten der Delegierten aus den Industrieländern und den Entwicklungsländern. Die Delegierten der westlichen Länder tendieren dazu, weit weniger gewillt zu sein die wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenhänge, die der Selbstverherrlichung, Ausdehnung und Bereicherung der Vereinten Nationen zugrunde liegen, zu hinterfragen als ihre Gegenüber aus den Entwicklungsländern.

Besonders die afrikanischen Delegierten zeigten sich von entzückend altmodischer Höflichkeit, welche im Westen einst überall zu finden war und nun dem Rüpelhaften gewichen ist. Einer von ihnen, der Staatssekretär des Umweltministeriums seines Landes, war fasziniert zu hören, dass ein winziger Betrag des für das nicht vorhandende Problem der „Erderwärmung“ verschwendeten Geldes, gäbe man ihn für wirkliche Probleme aus, Afrika dabei helfen würde Hunger und Krankheiten zu besiegen. Er hatte zuvor noch nie über Alternativausgaben für das eingesparte Geld nachgedacht, mit dem man das Klima bewirft, anstatt es auf eine Art auszugeben, mit der man viel wahrscheinlicher etwas Gutes tun würde.

Die Strategie von CFACT, etwas des Geldes – am liebsten das gesamte Geld – das aktuell fürs Klima ausgegeben wird, für wirkliche soziale Probleme und Umweltprobleme wie Entwaldung und Überfischung auszugeben, gewann eine Reihe von Unterstützern. Sehr wenige sprachen sich gänzlich dagegen aus und die meisten deuteten an, dass sie politisch auf der extremen Linken anzutreffen sind. Für die Linken ist der Glaube an die Boshaftigkeit des CO2 und die dreckigen Kapitalisten, welche es ausstoßen, zentraler Bestandteil ihrer Überzeugung und Jeder, der mit ihnen nicht übereinstimmt, wird verächtlich behandelt.

Es hat trotzdem ein paar ulkige Momente gegeben. Zum Beispiel gab es ein Treffen mit Dr. de Boer und Beobachtern der Bonner-Konferenz. Zwei Damen schwer abschätzbaren Alters mit unordentlicher Kleidung, zerstrubelten Frisuren sowie einschüchterndem und kommandierendem Auftreten fragten, wie es sein kann, dass „diesen Klimaskeptikern“ die besten Ausstellungsstände im Konferenzzentrum wie auch direkt an der Eingangstür zur Konferenzhalle gegeben wurden.

Herr de Boer, der auf dieser Konferenz wesentlich kultivierter auftrat, als dies in Bali, Posen oder Kopenhagen der Fall war, schnurrte zurück, dass jede anerkannte Nichtregierungsorganisation, ganz egal, was sie für Ansichten habe, eingeladen ist an UN-Konferenzen teilzunehmen und weder er noch seine Mitarbeiter irgendeinen Gedanken darauf verschwendet hatten, welche Nichtregierungsorganisation welchen Stand belegen soll. Die Damen zuckten missmutig auf seine Antwort. Für sie war Toleranz nicht tolerierbar.

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