Paul Craig Roberts: Der wahre Preis für den Irakkrieg

Paul Craig Roberts, Infowars.com, 03.09.2010

Obamas Rede zum “Ende des Irakkriegs” muss jeglichen noch an ihn verbliebenen Glauben zerstört haben. Dazu gezwungen seine Unterstützer wie auch den kriegstreibenden rechten Flügel, der ihn als einen Muslimen und Marxisten verurteilt, zu beschwichtigen, zog sich Obama auf orwellianisches Doppelsprech zurück. Er konnte das Kriegsende nur verkünden, indem er den Präsidenten, der den Krieg angefangen hat, wie auch die Truppen, die ihn kämpften, lobte. Dennoch wissen die meisten der Erdenbürger, wenn nicht sogar der Amerikaner, jetzt mit Sicherheit, dass der Krieg auf einer Lüge und einer absichtlichen Täuschung beruhte. Die amerikanischen Truppen starben für eine Lüge.

Präsident Obama sprach von den Kosten für die Amerikaner den Irak zu befreien. Aber ist der Irak wirklich befreit worden oder befindet sich der Irak in den Händen amerikanischer Marionettenpolitiker und wird immer noch von 50.000 amerikanischen Soldaten und 200.000 privaten Söldnern und „Vertragsnehmern“ aus der größten Botschaft der Welt, bei der es sich eigentlich um eine Festung handelt, heraus regiert?

Präsident Obama sprach nicht von den Kosten für die „befreiten“ Iraker. Die ungezählten irakischen Toten – Schätzungen reichen von 100.000 bis 1.000.000, darunter hauptsächlich Frauen und Kinder – fanden keinerlei Erwähnung. Auch keine Erwähnung fanden die ungezählten verwaisten und verstümmelten Kinder, die vier Millionen vertriebenen Iraker, die Flucht der gut ausgebildeten Mittelklasse aus dem Irak und die Städte, Dörfer, Infrastruktur und die Reste amerikanischen Ansehens, die durch den Krieg zerstört wurden.

All dies kam in dem von Obama gezeichneten Bild des amerikanischen „Engagements“ im Irak, das den Irakern „Frieden“ brachte und sie von Saddam Hussein befreite, damit ein zerstörter Irak jetzt ein amerikanischer Marionettenstaat sein kann, der seine Befehle aus Washington entgegennimmt, nicht vor.

Da es für die US-Regierung nicht länger möglich ist vorzugeben, der Einmarsch in den Irak sei notwendig gewesen um die Amerikaner vor Massenvernichtungswaffen und Al-Qaeda zu schützen, hat sich die Rechtfertigung der US-Regierung für ihr schweres Kriegsverbrechen nun auf die Entfernung von Saddam Husseins verlagert, der – wie die Amerikaner – seine Gegner folterte.

Glaubt irgendjemand auf diesem Planeten, selbst unter den schwachsinnigsten Flaggen schwingenden amerikanischen Superpatrioten, dass die bankrotte Regierung der Vereinigten Staaten USD 3 Billionen dafür ausgibt um eine Person, Saddam Hussein, aus dem Amt zu entfernen und dadurch den Irak von der Tyrannei zu befreien? Jeder der das glaubt, ist nicht ganz bei Trost.

Saddam Hussein wäre auch für weit weniger Geld zurückgetreten, hätte man es ihm angeboten.

Erkennen die Amerikaner überhaupt die Ironie der Ausrede der „Rettung des Iraks aus der Tyrannei“? Der größte Preis des Krieges der neokonservativen gegen den Irak sind nicht die USD 3 Billionen oder die toten und verstümmelten amerikanischen Soldaten und ihre zerbrochenen Familien. Der größte Preis diesen bösen Krieges ist die Zerstörung der US-Verfassung und der amerikanischen Bürgerrechte.

Der Nationale Sicherheitsstaat von Bush, Cheney und Obama hat die Verfassung und die Bürgerrechte vernichtet. Es ist nichts mehr übrig geblieben. Die faschistische Republican Federalist Society hat genügend Bundesrichter in der Judikative um zu festzlegen, dass der Präsident über dem Gesetz steht. Der Präsident braucht sich nicht an Gesetze gegen das Ausspionieren amerikanischer Bürger ohne richterliche Anordnung zu halten. Der Präsident braucht sich nicht an die Verfassung zu halten, die vorschreibt, dass nur der Kongress das Recht hat einen Krieg zu erklären. Der Präsident kann tun, was immer er möchte, solange er es mit der „nationalen Sicherheit“ begründet.

Der Präsident steht in seiner Regierungsfunktion, der verantwortungslosen Exekutive, über allem. Der Präsident kann seine Entscheidung verkünden im Ausland und Inland lebende Amerikaner zu ermorden, sollten diese Bürger von irgendeinem in der verantwortungslosen Exekutive als „Bedrohung“ angesehen werden, ohne dass es dafür zu einem Amtsenthebungsverfahren käme.

Erst einmal ermorden und dann dafür nicht verantwortlich sein.

Die Exekutive hat einseitig unverantwortliche Befugnisse ausgeübt, mit denen man die US-Verfassung über Bord warf, ohne dass es dabei groß zu Behinderungen seitens der Judikative gekommen wäre. Dies wurde vom US-Kongress sogar noch unterstützt. Die Exekutive hat die Menschen, die gegen die illegalen Invasionen und Besatzungen ihrer Länder durch die Amerikaner sind, zu „Terroristen“ erklärt, bei denen weder Kriegsrecht noch US-Strafrecht zur Anwendung kommt und sie daher unbegrenzt gefoltert und ohne Anklage oder Beweise inhaftiert werden können.

Das ist das Vermächtnis des Bush/Cheney-Regimes und dieses kriminelle Regime wird unter Obama fortgesetzt.

Amerikas „Krieg gegen den Terror“, eine reine Erfindung, hat das nicht rechenschaftspflichtige Verließ aus Zeiten des Mittelalters und die rohe Tyrannei, die der Magna Carta voranging, wiederauferstehen lassen.

Der wahre Preis der Befreiung ist die Verwandlung des Iraks in einen amerikanischen Marionettenstaat, der seine Menschen an amerikanische Interessen verrät.

Und wer wird die Amerikaner jetzt von der Bush/Cheney/Neokonservativen/Obama-Tyrannei befreien?

Präsident Obama behauptet, dass die amerikanischen Kriegsverbrechen im Irak zu einem Ende gekommen seien, während Obama aber zur selben Zeit die amerikanischen Kriegsverbrechen nach Afghanistan exportiert um mit etwas zurechtzukommen, was der CIA-Direktor als „50 oder weniger“ in Afghanistan verbliebene Al-Qaeda Mitglieder bezeichnete. Die bankrotten Vereinigten Staaten werden jetzt mit weiteren USD 3 Billionen belastet um „50 oder weniger“ angeblichen Terroristen hinterherzujagen. Um diese gigantische Geldverschwendung zu vertuschen, folgt Obama der unehrlichen Praxis früherer amerikanischer Regime und setzte Al-Qaeda mit den Taliban gleich, einer einheimischen Bewegung hunderttausender Afghanen, die sich nach der Vereinigung des Landes sehnen.

Die günstigste Art „Terroristen“ zu bekämpfen, wäre damit aufzuhören im Nahen Osten und Zentralasien ein amerikanisches Imperium zu schaffen und die Praxis zu beenden einheimischen Bevölkerungen amerikanische Marionettenstaaten aufzuzwingen.

Die korrupten europäischen Marionettenstaaten, die auf ihre überlegene Moral auch noch stolz sind, schließen sich Washington an und gehorchen ihrem amerikanischen Meister, der ihre Taschen mit Dollars füllt. Der Westen, der seit der Magna Carta gegen Tyranneien ankämpfte, zwingt sich nun selbst wie auch dem Rest der Welt eine Tyrannei auf.

Wenn Hitler und Stalin in ihren Bemühungen von Erfolg gekrönt gewesen wären, wo läge hier der Unterschied? Wird das Obama-Regime die ohne Verhandlungen oder Beweise abgeurteilten „Feinde des Staates“ durch einen Schuss in die Stirn ermorden, anstatt in den Nacken, so wie es in Lubjanka praktiziert wurde.

Was gibt es sonst noch für einen Unterschied?

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