Gold und Silber setzen Preisanstiege weiter fort – Papierwerte werden immer suspekter

Angesichts der weltweit anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise setzt sich der Bullenmarkt im Edelmetallbereich weiter fort. Der Goldstandard scheint sich in der jetzigen Phase des Fiatpapierzyklus selber wieder einzuführen

Propagandafront.de, 06.10.2010

Am heutigen Tage erzielte der Preis für die Feinunze Gold mit zwischenzeitlich fast USD 1.350 erneut ein Allzeithoch. Auch Silber konnte mit USD 23,08 pro Feinunze ein neues 30-Jahreshoch verbuchen.

Die asiatischen Schmuckhersteller sind schockiert über die aktuelle Preisentwicklung am Goldmarkt. So musste beispielsweise die Bangladesh Jewellers Association ihre Preisprognosen nach oben korrigieren, während man die aktuelle Preisentwicklung für die Branche ausdrücklich bedauert.

Obwohl die klassischen Goldkäufer der Schmuckindustrie aufgrund des hohen Preisniveaus immer weniger nachfragen würden, ginge der Preis trotzdem nicht zurück. Alleine im vergangenen Monat legte der Goldpreis um USD 80 Dollar zu, in den vergangenen 12 Monaten lag der Wertzuwachs bei USD 300.

Die anhaltenden Probleme an den Finanzmärkten treiben auch immer mehr superreiche Investoren in den physischen Goldmarkt, was auch erklärt, dass kein Nachfragerückgang beim gelben Edelmetall zu erkennen ist. Banker, die für superreiche Investoren tätig sind, erklärten am Montag, dass diese Anleger aktuell in beträchtlichem Umfang ins Gold gehen und ihre physischen Edelmetallbestände teilweise tonnenweise aufstocken würden. Josef Stadler, Manager bei der schweizerischen Bank UBS, erklärte gegenüber Reuters:

„Wenn man mit den ´Ultra-High Net-Worth Individuals` spricht, dann ist das Maß an Unsicherheit in den letzten zwei, drei, vier Jahren niemals höher gewesen. Wenn sie mich fragen ´Geht die Inflation hoch oder kommen wir in einen Deflationszyklus?` Ich weiß es nicht, aber offenkundig weiß das niemand.“

Diese neue Nachfrage nach physischen Gold durch die Superreichen und die beginnende Nachfrage nach physischen Silber durch institutionelle Investoren und Hedge Fonds sorgen für einen immer stärker werdenden Nachfragestrom nach den Edelmetallen, was sich nun in zunehmendem Maße in der Preisentwicklung widerspiegelt. Innerhalb der letzten zwei Wochen wurde am Edelmetallmarkt eine Bestmarke nach der anderen durchbrochen, wobei Silber besonders stark gegenüber Gold zulegen konnte.

Die konventionellen Chartanalysten stehen dieser Entwicklung größtenteils recht ratlos gegenüber, obschon die Aussichten auf weitere Kurssprünge bei Silber und Gold nur schwer von der Hand zu weisen sind. Dan Norcini erklärte heute in einem Interview mit King World News im Hinblick auf die Silberpreisentwicklung:

„Wo wir uns gegenwärtig auf dem Chart bezüglich der Edelmetalle befinden, ist, dass sie gerade ein Widerstandsniveau nach dem anderen durchbrechen, so als gäbe es diese garnicht. Wenn wir USD 23 bei Silber durchbrechen können, dann gibt es auch nicht mehr viel Widerstand bis zu USD 25, und wenn Silber durch USD 25 stößt, dann hat man eine realistische Möglichkeit, dass es bis auf USD 35 steigt.“

Norcini fügte hinzu, dass die nächste Widerstandsmarke bei Gold aktuell bei USD 1.380 liege, wobei es zu leichten Gewinnmitnahmen bei USD 1.350 kommen könnte.

Der Edelmetallguru Jim Sinclair, der seine Leser bereits Anfang September warnte, dass der Edelmetallpreis bis Anfang Januar 2011 auf USD 1.650 explodieren könnte und es durchaus realistisch sei bis Mitte nächsten Jahres mit noch wesentlich stärkeren Preisanstiegen zu rechnen, sieht die Ursache der außerordentlich starken Edelmetallpreisentwicklung vor allem in der zunehmenden Skepsis gegenüber den fiktiven Finanzprodukten der Finanzwirtschaft:

„Jedes Mal, wenn das passiert [der Edelmetallpreis weiter ansteigt], stirbt in der Öffentlichkeit ein weiteres Stück des Pfandes der besicherten Schuldverschreibungen. Deshalb ist es so hochexplosiv, was die Menschen sehr bald begreifen werden. Deshalb ist Gold heute stark angestiegen.“

Dan Norcini weist darauf hin, dass die exotischen Finanzderivate wie besicherte Schuldverschreibungen und die damit einhergehenden Kreditausfallversicherungen am Ende wie ein Kartenhaus zusammenbrechen werden:

„Im Grunde genommen hat man hier eine Versicherungsfirma, die nicht über genügend Geld verfügt die Ansprüche zu bedienen. Das Problem verstärkend ist die Tatsache, dass die besicherten Schuldverschreibungen und die mit diesen Ansprüchen in Zusammenhang stehenden Kreditausfallversicherungen ein massives Netzwerk aus gegenseitiger Abhängigkeit bilden. Das zieht sich dann durch das gesamte System und schafft einen Dominoeffekt, der die Ursache für das die nächste Finanzkrise auslösende Scheitern von Unternehmen sein kann.

Am Ende wird man die Federal Reserve bitten einzuschreiten und diese nun wertlosen besicherten Schuldverschreibungen in ihre Bilanz zu nehmen…Das wird natürlich eine schreckliche Auswirkung auf den US-Dollar haben, weshalb Gold und Silber aktuell auch bedeutend stärker ansteigen.“

Man vermutet also ein erneutes Auflodern der Finanzkrise, die dank der Derivateblase hochexplosiv zu sein scheint. Webster Tarpley schrieb darüber Ende August:

„Die Welt befindet sich in einer Zeit uneinheitlicher Signale und gegenläufiger Bewegungen. Die Mächte der Depression in Gestalt von USD 1,5 Trillionen an toxischen Derivaten liegen immer noch auf der Lauer und werden, da sie nicht geschreddert, aufgekündigt, verboten oder außer Kraft gesetzt wurden, schon bald wieder einen Weg finden zu explodieren.“

Unterdessen flüchten die Insider praktisch in unvorstellbarer Geschwindigkeit aus dem US-Aktienmarkt. Das aktuelle Verhältnis von Verkäufen zu Käufen durch Konzerninsider ist in dieser Woche auf 2.341:1 explodiert.

Entgegen der weit verbreiteten Propaganda der nordamerikanischen und europäischen Massenmedien gibt es zahlreiche Analysten und Experten, die davon ausgehen, dass es sich bei der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise, die seit 2007 wütet und schon weit über 30 Millionen Arbeitsplätze auf der ganzen Welt kostete, nicht um einen gewöhnlichen Abschwung handelt, der bereits wieder vorbei ist, sondern um eine gigantische Depression, die gerade erst ihren Anfang nimmt.

Bob Chapman, einer der führenden Edelmetallexperten, bezeichnete diese Krise in der jüngsten Ausgabe des International Forecaster als eine gigantische Finanz- und Wirtschaftskatastrophe, die so nur alle 300 bis 500 Jahre eintritt.

Der bekannte Investor Mike Maloney ist sogar der Meinung, dass sich der Silberpreis bei einer weiteren Verschärfung der Papiergeldkrise bis in einen vierstelligen Preisbereich bewegen könnte und spricht bezüglich der aktuellen Entwicklung an den Finanzmärkten von der „größten Vermögensumverteilung in der Geschichte der Menschheit“.

In einer scharfen Rede vor russischen Bankern und Finanzexperten erklärte er im September dieses Jahres, dass Gold- und Silber aufgrund der massiven Krise der Finanzmärkte die einzigen Investitionen seien um sich vor dem Totalverlust seiner Ersparnisse zu schützen. Der Vortrag wurde dann von den Veranstaltern mit den Worten, das „ist ein wenig zu viel Realität für einen Tag“, mehr oder weniger abgebrochen. Maloney warnte die russischen Banker:

„Die Krise, durch Sie gerade durchgemacht haben, ist nichts weiter als eine Fahrbahnschwelle auf dem Weg zum Hauptereignis. Der heraufziehende Sturm wird größer sein als irgendetwas, was sie jemals erlebt haben. Es kommt eine Dollarkrise auf uns zu. Es wird schon bald zu massiver Deflation kommen.

Die Geldversorgung der Vereinigten Staaten hat damit begonnen sich das erste Mal seit der Großen Depression zu verringern. Diese Deflation wird die Zentralbanken auf der ganzen Welt dazu veranlassen zu versuchen zu inflationieren, um so dabei zu helfen die Wirtschaften in Schwung zu bringen. Das wird für einen gigantischen Vermögenstransfer sorgen…

Da alle Wirtschaften nun miteinander vernetzt sind, da sie alle der Richtung der Vereinigten Staaten folgen, wird es sich hierbei um den größten Vermögenstransfer in der Geschichte der Menschheit handeln. Ich glaube, dass den Menschen, die sich darauf vorbereiten, enormer Reichtum zufließen wird, während die Menschen, die dies nicht tun, finanziell ruiniert werden.“

Das zweiteilige Video in englischer Sprach ist sehr interessant, da auch wissenswerte Fakten und Funktionsmechanismen des aktuellen Fiatgeldsystems und der Finanzmärkte angerissen werden:

Teil 2

Entgegen der weltweiten Bemühungen der Zentralbanken, die gemeinsam mit den globalistischen Megabanken mithilfe eines fraktionalen Reservesystems eine Vielzahl an Ländern künstlich über Wasser halten, deutet aktuell alles darauf hin, dass sich der Edelmetallstandard aktuell einfach selber einführt.

In einem kürzlich ausgestrahlten CNBC-Interview erklärte Jim Rickards, ein Goldpreis von USD 5.000 pro Unze sei absolut realistisch, wenn man bedenkt, dass gerade alle Fiatwährungen einbrechen und daher der Goldstandard wieder eingeführt werden müsse, was es notwendig mache einen korrekten Inflationsausgleich gegenüber dem Dollar festzulegen:

„Es ist keine wirkliche Vorhersage, es ist ganz einfach Mathematik und es ist, wo [der Preis für] die Unze enden wird, wenn der Dollar zusammenbricht.“ so Rickards, der zum Erstaunen der CNBC-Moderatoren noch hinzufügte, dass Gold bis auf USD 11.000 pro Feinunze ansteigen könnte.

Da die Federal Reserve, die Bank of England, die japanische Zentralbank und die Europäische Zentralbank bereits weitere Runden der quantitativen Lockerung angekündigt haben, diese Maßnahmen der lockeren Geldpolitik ernsthaft in Erwägung ziehen beziehungsweise bereits im Geheimen einige Finanzbereiche und europäische Protektorate retten, während man sich zur selben Zeit in einem globalen Währungskrieg befindet, wo sich alle Währungen, bis auf Gold und Silber, daran gemacht haben in einen Abwärts-Wettlauf einzutreten, scheinen die Anschauungen, dass sich die Edelmetalle gerade erst in den frühen Stadien eines Bullenmarktes befinden, eine gewissen Berechtigung zu haben.

Nicht zuletzt schützen Edelmetalle im Gegensatz zu Papierwerten auch vor Totalverlust. Neben großzügigen Spenden an Propagandafront.de zum Erhalt medialer Vielfalt und der Meinungsfreiheit empfiehlt der Autor immer wieder umfassende Zivilschutzmaßnahmen, zu denen selbstverständlich auch die Überlegung gehört, wie Papiergeldersparnisse vor dem Totalverlust bewahrt werden können. Gold und Silber bieten sich hier als ultimative Währungen, die seit Jahrtausenden anerkannte Zahlungsmittel sind, natürlich an.

Für Sparer, die nur kleine Beträge retten können, bietet es sich auch an Investitionen in physisches Silber zu überdenken, da der kleine Bruder des gelben Metalls historisch gesehen unterbewertet ist. Der berühmte Investor Jim Rogers erklärt:

„Sie müssen auf die Dinge schauen, die billig sind. Gold verzeichnet aktuell Allzeitrekorde, Silber ist immer noch 60% unter seinen Allzeithöchstständen. Wenn Sie also nach Edelmetallen Ausschau halten, dann würde ich dort schauen, wo sie sie immer noch billig sind.“

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